Gudde Laune

Pand-ASTI-sche Ansichten

Konsequenz – das Salz in der Suppe oder in der Wunde.

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Es gibt Dinge, die kann man mir 10 Mal sagen. Es gibt Dinge, die muss man mir 20 Mal sagen, bevor ich überhaupt zugebe, das sie auf mich zutreffen könnten! Und dann gibt es die Dinge, die sind mir schon die ganze Zeit subtil bewusst, aber die volle Einsicht kommt erst, wenn ich sie selber merke. Das klingt so logisch wie dämlich. 

Ich werde immer oft enttäuscht, weil ich nicht konsequent bin. Ich wollte mit jemandem zusammen an einem spaßigen Projekt arbeiten (Ach, das wird jetzt keine irre Liebesgeschichte. Keine Angst.) Projektarbeit. Mit jemandem, der mich schon mal enttäuscht hat. Der persönlich in seinem Leben nicht mehr weiterkam und dann einen bösen Fall erlebte: Antriebslosigkeit, eine fremdgehende Freundin, ein Überfordertsein mit dem Studium. Tja, er war zwar offiziell in einer wichtigen Position verschwand dann aber für knapp 8 Monate. Er reagierte nicht auf Mails, auf Anrufe. Dadurch verlagerten sich die Aufgaben auf andere. Das bedeutete Stress, Nervenlassen, Magengeschwüre. Irgendwann war er wieder da. Er erklärte sich. Wir freuten uns, denn mit ihm war es immer so lustig. Und so lieb war er ja auch. Tja, da war nur eben dieses flaue Gefühl im Magen: Oje, irgendwie ist er genauso wie vorher. Er ist wieder in dieser co-abhängigen Beziehung. Er ist ein wenig unzuverlässig. 

Und dann ging es wieder los: Wir wollten ihm helfen, eine Sache zu Ende zu bringen. Wir erinnerten ihn, was er dazu machen musste. Wir trafen uns mit ihm. Wir telefonierten hinter ihm her. Bei Treffen offenbarte er das Chaos in den Unterlagen. Wir halfen ihm. Man verabredete sich mit ihm, er sagte eine halbe Stunde vorher ab. Er kam verspätet zu Treffen. Er reagierte nicht auf SMS. Er verlor sein Handy. Er hatte das Handy seiner Freundin. Man traf sich mit ihm. Man hatte Spaß. Man entwickelte Ideen. Er bekam Anrufe seiner Freundin, warum er nicht zu Hause sei, um nachmittags mit ihr zu frühstücken, bevor sie zu Spätschicht fahre. Es war anstrengend. Man hatte ein schlechtes Magengefühl. Man übernahm seine Aufgaben, die er nicht schaffte. Man bekam dafür, Humor, Spaß, und immer wieder das flaue Magengefühl. Man wusste, es würde nicht von heute auf morgen anders werden. Man wusste, seine Probleme blieben bei ihm. Man war immer wieder nachgiebig. Man schimpfte, man wies ihn zurecht, man hörte sich seine Probleme an, man gab Tipps. Aber eins war man nicht: ehrlich. 

Ehrlich zu sagen: Es klappt nicht. Ich kann mit Dir nicht zusammenarbeiten. Ich habe schon viel Zeit reingesteckt in diese Idee. Du hast hier und dort geholfen. Du hast gesagt, das sei toll. Du wolltest das mitmachen. Du hast Dir Gedanken gemacht. Aber es klappt nicht. Und es klappt auch leider nicht, dass wir befreundet sein können. Du hast Nachrichten und Anrufe bekommen. 10, 20 Mal haben wir Dich angerufen. Du hast die Anrufe gesehen und hast wie früher einfach die Augen zugehalten: Was ich nicht sehe. Ist nicht da. Wir haben um Rückruf gebeten. Es kam keiner.

Zweimal hat er mich enttäuscht. Ein drittes Mal wird es nicht geben.  Im Moment mag ich auch nicht mit ihm befreundet sein. Ich bin sehr oft zu unkonsequent. Und dann wunder ich mich, warum man ich wieder auf die Schnauze falle. Die von mir vielgepriesenen Grenzen sind dann eben bei manchen sehr flexibel. Dehnbar. Auf Biegen und Brechen, auf Teufel komm raus ignoriere ich dieses flaue Magengefühl. Soll ich denn jetzt immer bei flauem Magengefühl sofort die Notbremse ziehen? Zuviel Konsequenz macht dann vielleicht auch recht schnell einsam.

2 Kommentare

  1. Ach Astilein… ich bin was das angeht leider nicht viel anders als du. Ich bin selten richtig konsequent, wenn ich die Menschen dahinter an sich mag, auch wenn sie einem den letzten Nerv rauben irgendwie. Auch wenn sie einen immer wieder verletzen, egal was sie machen…
    Aber lass den Kopf nicht hängen 😉 es hat eben auch manchmal sein Gutes, dass man nicht immer gleich mit dem Brett auf andere einschlägt – auch wenn es wie du sagst, manchmal einfach Nerven kostet.

  2. Mmh…..jep. Bin sehr geduldig und nachsichtig. Aber dann hat das leider zur Folge, dass ich irgendwann so zum Rundumschlag aushole. Also Michael Douglas in Falling down ist nix dagegen. Und das ist dann doppelt schade, weil es noch mehr schadet. Und es dann oft Tränen gibt.

    Die Lösung liegt bestimmt in so Sachen wie. Sich selber treu sein, wissen was man will oder so Sachen. Also, alles woran ich noch rumwerkel.

    Kussi! 😉

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