Gudde Laune

Pand-ASTI-sche Ansichten

Das Wir wird

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Ich staune immer wieder. Menschen wollen nicht alleine sein, sie wollen mit anderen zusammen sein, sie wollen nicht irgendwann alt und grau zu Hause sitzen. Und so gehen sie die unterschiedlichsten Verbindungen ein. Aber im Endeffekt macht das noch einsamer. Spätestens dann, wenns nicht klappt. Und dann geht das Ganze wieder irgendwann von vorne los. Kann man natürlich auch positiv sehen  i.S. von Entwicklung und so, man wächst ein Stückchen weiter und dann entwächst man aus der bestehenden Verbindung.
Verbindung. Verbinden. Binden. Also, sich ein bisschen festmachen, unbeweglich machen? Manche merken wohl dann, dass genau das nicht in ihrem Interesse war. Anderen kann das Band gar nicht fest genug geschnürt sein. Manche riskieren das erst gar nicht und manche meinen, alles müsste fest um sie gebunden sein.

So ganz hab ich das noch nicht verstanden. Ich habs immer noch nicht verstanden. Ich will da auch gar nicht auf den chronologischen Ablauf eingehen. Ich hab das alles schon mal erzählt. Anscheinend bin ich wirklich irre, oder so. Denn auch wenn Freundinnen öfters wiederholten, das sei alles ganz schön arschig, schlummerte da immer der kleine Verständniszwerg in der Ecke meines Hirns. Dieser Zwerg hielt dann Schilder hoch mit Entschuldigungen für dieses oder jenes Verhalten. Und die hatten auch alle sicherlich ihre Berechtigung. Menschen sind nicht, sie werden gemacht. So seh ich das. Dennoch gibts irgendwann mal einen Punkt, an dem Menschen auch mal ein bisschen was an sich machen könnten.(?)

Nun denn, jetzt wird der Spieß auf einmal umgedreht. Nachdem es nicht klappte normal freundschaftlich miteinander umzugehen, da von meiner Seite Erwartungen mitschwangen und auf der anderen Seite GOTT WEISS WAS AUCH IMMER (vermutlich Angst vor zu viel Nähe zu wem auch immer, Abkapselung der eigenen Gefühlswelt, Unfähigkeit klare Grenze zu setzen und Taubsein gegenüber dem Befinden anderer und das Betonen „Ich krieg sowas nicht mit“) Kurz: MÜLL!
Schließlich noch mal ein letztes Aufbäumen meinerseits in Form eines Briefes mit klarer Darlegung des Geschehenen, Aufzeigen der ganzen schwierigen Situationen, persönliche Einschätzung und noch mal klare Darstellung MEINER Gefühle und dem daraus resultierenden schwierigen Umgang miteinander.

Letztendlich blieb auch das ohne Mehrwert…für Wochen und Monate. Und nun bekomm ich es noch mal genau ins Gesicht. Ich bin gefallen von jemandem, der ja ganz toll und super ist zu jemandem, bei dem es total egal, ob er da ist oder nicht (Zitat). Wenn Du jemandem egal bist, dann bist Du gar nichts für ihn. Und das tut am meisten weh. Da wäre ich ja lieber noch ein Giftstachel oder eine bösartige Hexe oder eine doofe Kuh. Ich bin gar nix. Moment mal….
Habe ich mich auf das allererste Treffen eingelassen? Bin ich dem anderen wie doof hintergelaufen? Habe ich erst mal die Nachrichten geschrieben? Den anderen angeschrieben? NEIN, ich habe nix am Anfang gemacht. Das einzige was ich gemacht habe, ich bin halt nach einiger Zeit mal drauf angesprungen. Wie doof von mir. Konnte ich doch nicht wissen, dass das alles doch unverbindlich gemeint war und wenns das doch nicht war, dann war auf jeden Fall nicht ernst gemeint, denn die Ausrede des anderen „Ich kann das nicht. Ich merk das nicht, wenn jemand Interesse hat.“  Was zur Hölle??? Habe ich mir Weibchen ausgesucht und habe ich nicht klar die Karten auf den Tisch gelegt, sondern sie im Glauben gelassen, da sei mehr? Habe ich den anderen verletzt durch doofe Aktionen, wie z.B. Treffen, die dann ganz plötzlich abgesagt wurden? Nein,das habe ich nicht. Ich habe mich einfach nur verliebt und jetzt wurde der Spieß umgedreht. Denn nur weil ich nach dem ganzen Theater irgendwann mal böse wurde und meinen Ärger rausgelassen habe war ich plötzlich gar nicht mehr so-freundschaftlich-toll. „Du hast mich beleidigt.“ Ja, das habe ich. Ich habe ein paar Schimpfwörter benutzt und dann habe ich noch mal alles niedergeschrieben, weil ich das Erklären wollte, weil ich so was eben nur bei Leuten mache, die mir nicht egal sind. Und genau das habe ich dadurch erreicht…es ist egal, ob ich da bin, ob ich mir Gedanken mache…

Und das ist traurig und es zeigt nur, dass wahrscheinlich bei diesen ganzen doofen Geschichten nie um den anderen geht, sondern nur um mich. Immer auf der Suche nach jemandem, bei dem ich mich versorgt sehe und zwar mit einer Mission, die ich zu erfüllen habe. Dem anderen zu helfen, mit ihm dran zu arbeiten, damit aus dem Ich und dem Du ein Wir wird. Und das kann nicht funktionieren. Und das tut weh, vielleicht wird es nie funktionieren. Vielleicht werde ich immer nur von einer Mission zur nächsten schreiten. Rastlos, aber nie selbstlos.

Und leider schlummert in mir die böse Vorahnung, dass ich noch viele weitere Missionen angehen werde. Und die werden auch alle nichts weiter sein, als riesige Haufen Herzdreck. Ich kehre Herzdreck.

2 Kommentare

  1. Ernsthaft: nach allem, was man so lesen kann, bleibt mir nur ein Urteil zu fällen. Arschloch! Genauer: spätpubertierendes unreifes Arschloch.

  2. Ja, nein, vermutlich schon, oder auch nur fast. Hach, mir fallen jetzt spontan 4 Argumente ein, die das alles wieder ein wenig relativieren.

    Ich hätte Strafverteidigerin werden sollen.

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