Gudde Laune

Pand-ASTI-sche Ansichten

Wochenansichten KW 10, 11, 12

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Titel für diese Wochen: Von Waffeln und Kettensägen und Glück allgemein.

Die Wochen in der Übersicht: Für die Fliege ist es Glück auf einem Pferdeapfel zu landen. Der Mensch ist glücklich, wenn er drüber hinweg schreitet.

Mittwochs und donnerstags waffel ich den hungrigen Menschen an der Uni ein paar Waffeln. Da freuen die sich. Da sind die so richtig happy, wenn sie sich ne Waffel nach dem Mensaessen leisten. Ui, da wird schon auf der Treppe ne Wette abgeschlossen, wer als erster bei der Waffeldame ist. Ja, bei mir sind die dann. Die kommen dann und wollen Waffeln. Mit Puderzucker, oder auch mal mit Sahne, oder mal mit heißen Kirschen. Seit kurzem gibts auch Eis. Fantastisch, ein kleiner Kirmesstand im Mensafoyer. Links die Theke, rechts der Eiswagen. Beides zusammen ca. 6m lang. Ja, da spring ich von links nach rechts. Über Details dieser lustigen Nebenbeschäftigung werde ich eventuell später noch mal was schreiben, nämlich dann, wenn ich dort meinen letzten  Tag habe! Ja, ich kann das endlich hinter mir lassen. Gott sei Dank. Ich will das nie mehr machen müssen. Ich habe eine Lektion gelernt. Ich bin bei Weitem nicht so belastbar, wie ich immer gedacht habe. Ich bin auch irgendwie nicht besonders menschenliebend.  „Ich bin Kellner, weil ich gern mit Menschen arbeite.“ Nein, ich will einen PC und dann bin ich glücklich. Ich will ein Mikrofon und dann bin ich glücklich. Ich schaue mir gern Menschen an, ich interessiere mich für ihre Geschichten, aber ich will nicht 2/3 des Tages mit ihnen verbringen. Sie bedienen. Nein! Chapeau für die Frau aus der Pommesbude!

 

Nun ja, auf der anderen Seite gibts dann jetzt den Nebenjob nur mit PC. Das ist wunderbärchen. Derzeit geht es um Bilder und Produktbeschreibungen über Kettensägen oder Rasentrimmer. Da lernt Frau noch was. Auch in Bezug auf Männer. Manche sind so weich. Das ist ja furchtbar. Ja, ich hör sie wieder stöhnen:“Ja, aber wir sollen doch auch sensibel sein!“ Mmh, ich hab ja keine Ahnung von Männern (wie wir hier schon festgestellt haben).
Ich kenne natürlich diese Hirngespinste weiblicher Überhormonisierung:“ Er sollte sensibel sein, aber nicht zu weich. Holz hacken, aber kinderlieb und tierlieb sein. Er sollte mich zum Lachen bringen, über Probleme reden wollen und verständnisvoll sein.“
Ich weiß ja nicht. Also, ich weiß es wirklich nicht. Mann und Frau. Frau und Mann. Da steht dann so ein Mann am Waffelstand und holt sich jeden Tag eine Waffel. Aber er möchte „Bitte ne ganz helle. Fast noch flüssig.“ Soll ich ihm vielleicht einfach ein bisschen Teig in der Schale verkaufen? Teig to go? Nein, ich zauber ihm eine helle Waffel. Bekomme sie grad so auf die Pappschale und reiche sie ihm „Mit ganz viel Puderzucker! Noch mehr! Noch ein bisschen mehr!“
Tja, so wechsel ich also noch bis Ende März zwischen diesen beiden Welten: Männer, die helle Waffeln naschen und Kettensägenbilder raussuchen, für den Heimwerkerkönig. Wer mich glücklich machen würde? Wahrscheinlich keiner. Ich weiß ja immer noch nicht, wie ich mich selber glücklich machen kann. Und diejenigen, von denen ich denke, dass sie mich glücklich machen könnten, ziehen mich hinterher nur noch mehr runter.
Was natürlich wieder maßlos übertrieben ist. Es gibt ja Dinge, die mich glücklich machen und auf die ich ganz alleine komme. Allerdings ist das Glücksgefühl in dem Moment sehr klein und es sind so banale Dinge. Bin ich so in den Extremen drin, dass ich immer den großen Knall suche? Das große Liebes-Märchen bzw. die absolute Katastrophe? Oder das ich nur für solche Dinge ein Auge bzw. ein Gespür habe? Nein, dass ich nur solche Dinge bewusster wahrnehme, weil sie extrem ergo deutlich spürbar sind?  Ja.
Mist.

5 Kommentare

  1. Glück ist so eine Sache … Ich bin mittlerweile der Überzeugung, glücklich ist man oder man ist es nicht! Es gibt nicht den dauerhaften Zustand nimmerendenden Glückes. Es ist viel mehr die Fähigkeit, (fast) jeden Augenblick ein bißchen glücklich zu sein, weil jeder Augenblick schöne Seiten hat. Ich kann das so halbwegs, aber ich weiß nicht, ob man das lernen oder sich antrainieren kann.

    Und wenn dann das große Glück da ist, dann wird es genossen und darin geschwälgt, wohl wissend, dass es endlich ist und dass dann wieder das kleine Glück das Leben bereichert.

    Irgendwie so … oder auch ganz ganz anders …
    Dr. rer stuss Forsch

  2. Lieber Dr. rer stuss Forsch,

    sie meinen also, das Glück sei auch eng mit einer optimistischen Sichtweise verbunden?
    Ein bisschen glücklich zu sein klingt schön, für mich wahrscheinlich wieder ein Problem. Ich mag es himmelhochjauchzend oder ganz tief unten – diese normalen Zustände (sowohl in die etwas glücklichere als auch in die etwas betrübte Richtung) nehm ich ja gar nicht richtig wahr. Und mir vorzustellen, dass das auch alles endlich ist…OMG!

    Vielleicht verwechsel ich auch Glück einfach mit Zufriedenheit. Zufrieden sein mit dem was man hat, was man kann, was man ist. Glück ist ja schon ein herausgehobenes Gefühl.

    Ich war letztens zufrieden, dass ich wieder ein bisschen mehr geschwommen bin, dass ich mir das gegönnt habe im Wasser meine Bahnen zu ziehen, mich auch mal auf den Rücken zu legen und mich treiben zu lassen. Und dann dachte ich: Is ja nix besonderes. Jetzt freu Dich mal nicht so. :)

  3. Ok, ja, verstehe! So im Wasser treiben, das ist ja auch nichts! Also, wenigstens mit den Füßen planschen, darunter geht es nicht! Garnicht!

  4. Ich bin lieb, sensibel, kinderlieb (habe drei Töchter), tierlieb (habe zwei Hunde) und hacke viel Holz – zum heizen. Ich bin muskulös, durchaus intelligent und liebe neben den Zahlen auf meinem Konto insbesondere meine Familie.

    Mein Fehler: ich bin schon vergeben. So ist das Leben.

  5. Hast Du einen Bruder?

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