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Pand-ASTI-sche Ansichten

Schulsport – kiss my ass

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Schwimmen macht Spaß. Endlich kann ich das mal wieder sagen. Das war jahrelang überhaupt nicht mal ansatzweise ein Gedanke: ICH gehe ins Schwimmbad, um dort Bahnen zu ziehen.

Ich schreibe hier auch explizit vom Schwimmen und nicht vom Planschen. Darin war ich als Kind super und bin es nach wie vor. Ich meine schwimmen, als Freizeitsport mit Trainingseffekt. Natürlich hab ich schon immer gerne im Sommer mal den Baggersee brustschwimmtechnisch durchquert. Aber es so konsequent durchziehen zu wollen, so wie ich das Joggen für mich entdeckt habe, das ist bislang nicht der Fall gewesen. Durch den Wald joggen ist auch immer noch mein Lieblingsnebenbei-Sport. Das mach ich schon seit guten 8 Jahren mehr oder weniger regelmäßig. Es gab Phasen, da war ich nur einmal die Woche traben, dann wieder jeden zweiten Tag. Momentan binde ich mir zweimal die Woche meine Laufschuhe an die Füße.
Hinzu kommt nun also schwimmen, einmal die Woche, bislang immer Freitagvormittag im örtlichen Hallenbad. Da ist es im Schwimmerbecken fast leer, besser besucht ist das Nichtschwimmerbecken nebenan. Das muss toll sein, denn dort hinein zieht es sogar Senioren, die an der Krücke ins Wasser gehen. Ja, die mögen schon länger als ich H2O in großen Mengen.

Die ersten beiden Mal waren durchwachsen. Drei Bahnen geschwommen, dann erstmal Nackenschmerzen bekommen (Ja, falsche Technik), im Abstand von 5 Minuten auf die Uhr geschaut und gebetet, es sei irgendwann mal vorbei. Die letzten 20 Minuten waren dann aber beide Male sehr gut, denn dann war ich im Rhythmus und habe es genossen, durchs Wasser zu gleiten.

Gestern habe ich was anderes ausprobiert. Ich habe nicht auf die Uhr geachtet, sondern habe Bahnen gezählt, die ich geschwommen bin. Dabei hab ich auch ein wenig mit der Geschwindigkeit und der Technik variiert. Also mal 4 Bahnen ruhig und normal und dann 4 Bahnen zügig und so richtig mit in die Länge legen und Kopf gerade runter. Das hab ich insgesamt noch nicht machen können, da mir noch die Schwimmbrille fehlt. :) Netzhaut und Chlor vertragen sich ja nicht so gut.  Insgesamt sind 80 Bahnen rausgekommen,  bei knapp über einer Stunde, mit kleinen Pausen und vier Rückenschwimmbahnen zum Schluss.

Naja, als ich da so schwamm kam eine Grundschulklasse ins Hallenbad. Tja, und das versetzte mich zeitlich zurück in meine Schulzeit, allerdings zum Sport in der Oberstufe. Das war ein Scheiß! Echt! Ich bin in Klasse 11 erstmal notenmäßig von 1 bis 2 auf eine 4 MINUS gerasselt. LOL. Mein Sportlehrer war ein Sack. Der hat mir das Schwimmen so richtig vermiest, der hat überhaupt erstmal dafür gesorgt, dass ich Sport doof finde. Ich war nie im Verein. Ich habe zwar 5 Jahre Badminton gespielt, einmal pro Woche gefördert vom örtlichen Badmintonverein, aber nie an Wettkämpfen teilgenommen etc. Dennoch war ich immer sportlich, habe in der Schule alles ausprobiert und dann auch gute Noten gehabt, weil ich eben SPASS daran hatte! So erkläre ich mir das.

In der Oberstufe war Sport das wöchentliche Grausen. Ich hatte daher oft einen grippalen Infekt bzw. habe auch mal außerplanmäßig menstruiert, denn es war gerade für die weiblichen Teilnehmer ganz schön gruselig. Gründe für eine Nichtteilnahme waren willkommen. Wenn man nicht zu den Sportskanonen zählte, dann nannte der Sportlehrer einen gern mal „Rehlein“. Bäh! Eklig! Und wenn man nicht im Verein spielte, dann war man sowieso am Arsch. Schwerpunktmäßig ging es Kurs um Basketball, Volleyball, Schwimmen und Badminton. Beim Basketball konnte ich mich ein wenig steigern und spielte am Ende der Oberstufe sogar bei den Guten mit. Dennoch war hier für diesen Teilbereich das höchste der Notengefühle eine 3.

Beim Schwimmen hab ich jedes Mal das Kotzen gekriegt. Da wurde in einer Stunde die Tafel aufgestellt, wie man bitteschön richtig Arme und Beine beim Brustschwimmen bewegt und dann wurde geschwommen. Zeitlich war das nicht so optimal. Aber wie sollte es das auch sein, wenn man einfach nur ins Becken rein musste, um seine Meter abzuschwimmen. Keine Tipps, keine Hilfestellung, nur doofes Blöken vom Beckenrand. Ja, die aus dem Schwimmverein waren schneller.

Volleyball in der Schule ist ja eh lustig. Bis da mal ein Spielzug durchgezogen wurde konnten schon einige Minuten vergehen. Naja, ich beherrschte die Angabe, immerhin Schmettern aus dem Stand, konnte baggern und pritschen, aber mehr als 3 gabs auch hier nicht. Da waren natürlich die 5 oder 6 anderen, die das besser konnten und einen fast weggepustet haben.

Dann Badminton. Das war das Beste überhaupt. Mein Aufschlag geht richtig fein übers Netz, ich kann auch schmettern. Meine Beinarbeit ist recht ordentlich und ich bringe auch mal so einen fiesen kurzen Ball rein, der so gerade eben übers Netz geht. Gegen die Laufrichtung spiele ich auch ganz gerne. Kurz: ICH KONNTE UND KANN BADMINTON SPIELEN! Bei der Prüfung zur Ermittlung der Note hat auch alles gekappt. Und da kommt der Sportsack auf mich zu und meint: „Hey Astrid, du hast Dich verbessert. Das war gut. Das gibt ne gute 3!“ Eine gute 3? Ja, das äußerte sich in seinen Notizen so –> 3++. Lest das mal laut! Drei Plus Plus.

Insgesamt bekam ich in der 12, 1, der 12,2 und der 13,1 jeweils nur eine 3-. Wie hätte ich auch bitteschön was anderes kriegen können? Ich war in keinem Verein, ich startete schlecht in den Oberstufensport und ich war ein Rehlein. Echt! Einer Mitschülerin, die übrigens sehr sportlich UND im Schwimmverein war, riet er davon, Sport als Abifach zu wählen (sie tat es aber trotzdem und hats auch geschafft!).
Das Ende vom Lied war, dass ich Sport in der 13,2 dann endlich abgewählt habe. Ich habe mich so gefreut! Ich war glücklich, dort nicht mehr mitmachen zu müssen. Viele von uns waren froh. Und das ist doch Quatsch?

Ich habe dann eine zeitlang auch nix mehr an Sport gemacht, weil ich einfach keine Lust hatte und mir auch irgendwie klar war, dass ich sportlich nix mehr draufhabe. Ich kann das direkt sein lassen. Auch wenn ich die Jahre davor gute Noten hatte. Die waren eben gut, weil der Lehrer mich mochte oder weil das nur Spielerei war. So hab ich mir das erklärt.

Ein gutes Jahr nach der Schule hab ich wieder angefangen überhaupt was sportliches zu machen. Regelmäßig. Da war ich schon Raucher und die ersten Schritte waren beschwerlich. Beim Joggen ging das wieder los mit 1 Minute laufen, 1 Minuten gehen, 1 Minute laufen, 1 Minute gehen, 2 Minuten laufen usw. Lange, lange Zeit waren es dann einfach nur die 30 Minuten 2 bis 3-Mal pro Woche. Mittlerweile laufe ich meine 45 Minuten und strebe nun bald mal die 60 Minuten an, locker und ausdauernd vorbei an Entenfamilien und Hirschen im Park.

Ich hoffe ja, dass mein Sportlehrer eine Laune der Natur ist. Als ich da heute so geschwommen bin war die anwesende Grundschulklasse gesplittet. Gut 16 Kinder saßen am Schwimmerbecken, 4 saßen am Nichtschwimmerbecken. Die haben den Schritt in die Fluten ohne Grund und Boden noch vor sich.

Ich weiß ja auch gar nix über den heutigen Schulsport. Finde aber, dass Sport eher ein Fach sein müsste, was auch ein bisschen aus dem sonstigen Leistungsrahmen rausfallen sollte. In einer Klasse gibts Schüler, die im Verein sind, die in der Freizeit Sport machen oder eben auch die, die nur in der Schule Sport machen können bzw. auch wollen. Da kann ich nicht bei jedem nur mit Tabellen ankommen, um daraus die Noten zu ermitteln. Beim Sport ist das anders, muss das anders sein. Natürlich hat Sport auch immer etwas mit Wettkampf bzw. Sich-Messen zu tun. Das hab ich heute im Becken auch gemerkt. Während die Nachbarschwimmer noch ihre erste Bahn schwammen, war ich schon bei Bahn 3. Das ist mir aufgefallen, das hat mich motiviert. Mein Oberstufenheini hat uns aber gegenseitig ausgespielt. DORT waren die Dribbelkönige, hier die Rehleins. Boah, hab ich mich gestern im Becken aufgeregt, als ich daran gedacht habe.

Ich hab auf jeden Fall Spaß im Wasser. Und wenn ich bald ne Schwimmbrille habe, dann schau ich mir die Stehschwimmer auch mal von unten an. 😉

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