Gudde Laune

Pand-ASTI-sche Ansichten

Weihnachten 2010 – Der Heiligabend

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Eingeschneit. Die einen können nicht weg, die anderen kommen nicht an. Tja, wir erklärt man dem kleinen Klausi, dass der Weihnachtsmann leider nicht das Geschenk bringt, ohne die Begriffe: Post, Briefträger, Schnee, Winter, scheiße zu verwenden? Tja, nix mit Lego-Super-Edition oder Playstation 3 dieses Weihnachten.

Ich finde, dass ist alles viel verrückter geworden und übertriebener. Wer von diesen ganzen gestressten, getriebenen und hektischen Menschen verbringt denn wirklich ein besinnliches Weihnachtsfest? Be-sinn-lich? Ich hab ein recht ambivalentes Verhältnis zu Weihnachten. Als Kind war es toll, denn es gab immer ein großes Familienfest, zumal am 1. Weihnachtstag meine Oma Wiegenfest hatte. Die ist nun leider schon über 10 Jahre tot und seitdem wars das auch mit den Familienfesten. In den letzten Jahren gibts wieder kleinere Neuauflagen davon.

Dann gab es zuerst Weihnachten mit Freunde besuchen, dann Weihnachten mit Freund. Hab ich nun schon das dritte Weihnachten in Folge nicht. Aua. Das schmerzt ein bisschen. Wobei ich bin ja nicht alleine, ich hab ja meine Eltern hier. Wenngleich das auch nicht die perfekte Weihnachtstruppe ist. Fast immer knallt es ein paar Tage vor Weihnachten. Dann ist die Stimmung zuerst gedrückt. Beim Kartoffelsalat ist es dann wieder gut. So  ist das halt. Ich hab mir das oft anders gewünscht, aber es ist wie es ist. Es ist nicht außergewöhnlich, nicht zu besinnlich, sondern Beisammensein und das gibt es oft viel zu selten. Ich hatte da immer eine Erwartungshaltung, die nicht erfüllt werden konnte, die immer nur zu Frust geführt hat, weil es von den einen Seite nicht geht, da dort nach einer anderen Lebensweise gelebt wird. Ich kann das aber ein bisschen steuern, denn ich erkenne das, ich kann da ein bisschen eingreifen, ein bisschen gestalten. Es ist nur wie immer bei mir: Ich muss es einfach mal machen. Über den Schatten springen. Und mir nicht gleich mögliche peinliche Konsequenzen ausmalen. Das versteht jetzt wahrscheinlich nur ein kleiner Leserkreis. Genauer mag ich da auch nicht drauf eingehen.

Wie es ausschaut kommt man dieses Jahr hier nicht vom Fleck. Keiner kann entkommen, keiner kann entfliehen. :) Ich verspüre nicht den geringsten Wunsch, überhaupt rauszugehen und ich ärger mich auch (noch) nicht, dass nichts fährt. Die Pläne für den 1. Weihnachtstag klappen vielleicht nicht. Mal sehen. Und selbst wenn nicht, werde ich nicht gleich Gott und Welt verfluchen. Nachher back ich und ich werde ein bisschen aufräumen. Ein bisschen Altlasten entsorgen. Mir Dinge durchlesen und mir anschauen und mich bei ein paar Leuten melden. Mit der Mama Fernseh gucken. Ich hab schon Ewigkeiten nicht mehr auf dem Sofa vor dem Fernseher gesessen.

Großartige Weihnachtsgrüße schick ich auch nicht rum. Manche überschlagen sich ja da mit Grüßen. Weihnachten ist also für mich eine ruhige 3-Tage-Auszeit. Und es ist nicht alles Winterwunder-Zucker-süß-fröhlich. Die Nachbarin ist vor 3 Tagen die Treppe runtergefallen und hat sich das Schlüsselbein gebrochen. Sie liegt im Krankenhaus. Der Vater meiner besten Freundin hatte einen Leistenbruch, der nicht ordentlich operiert wurde. Entzündung. Notoperation und eine leichte Lungenentzündung sorgen für Weihnachten im Krankenhaus. Und dann les ich noch die Statusmeldung einer Bekannten, in der sie auffordert, ihr keine Grüße etc. an die Pinnwand zu knallen. Ihr Vater sei vor ein paar in Folge eines Herzinfarkts gestorben.
Diesen kleinen Text kennen ein paar mittlerweile schon. Ich find den toll, weil ich fast gegen jeden Halbsatz darin „verstoße“. Böses Asti. Nein, so mein ich das nicht. Aber er fasst doch sehr schön zusammen, was eben nicht nur an Weihnachten gelten sollte, sondern immer.
Also ein Rundumtext für alle, die hier lesen, die hier landen, die mich kennen oder die sich nur ein Bild machen können aufgrund meines Blogs, an alle, die mich vielleicht noch kennenlernen wollen, alle, die sich hier wiederfinden und sich ärgern, wie sie beschrieben werden. Für euch, für mich und den ganzen Rest.

Oft möchten wir in die Zukunft sehen können, wenn wir uns fragen:“Was wird uns das nächste Jahr bringen? Wo werde ich in fünf oder zehn Jahren sein?“

Auf solche Fragen gibt es keine Antwort. Meistens ist es gerade hell genug, um den nächsten Schritt zu tun, das was in der nächsten Stunde, am nächsten Tag getan werden muss.  Die Kunst des Lebens zeigt sich darin, dankbar zu sein und sich darüber zu freuen, was wir sehen können, und nicht darüber zu klagen, was im Dunkeln und Unwissen liegt.
Wenn es uns gelingt, den nächsten Schritt zu tun und darauf zu vertrauen, dass es auch hell genug für den folgenden Schritt sein wird, werden wir auf dem Weg durch das Leben mit Freude voranschreiten und überrascht sein, wie weit wir kommen. 
Freuen wir uns über das kleine Licht, das wir in den Händen halten, und verlangen wir nicht nach der großen Helligkeit, die alle Schatten verdrängt.

Henri J.M. Nouwen

Mal schauen, was Weihnachten 2010 noch so passiert.

Update: Schnee passiert!

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