Gudde Laune

Pand-ASTI-sche Ansichten

Soundtrack 2010 – Spiel mir dein Lied, ich sage Dir wer Du bist

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2010 war irgendwie zum Pandas melken. An den Jahresanfang kann ich mich nicht mehr richtig erinnern. Der Sommer ist noch recht gut hängengeblieben. Da war ja einiges los. War eben auch die Zeit wo ich ein bisschen mehr freie Zeit hatte bzw. mir ein bisschen mehr freie Zeit nahm. Veränderung und so. Eine Sache hab ich allerdings nicht in die Wege geleitet, auch wenn ich mir das vorgenommen hatte. Stattdessen verphallustierte ich mich mal wieder. Da war der Sommer dann auch schnell wieder vorbei.
Verphallustiert blieb ich weiterhin. Hinzu kamen dann noch ganz normale Existenzängste (huch) und Zukunftszweifel und so. Tenor der meisten war „Das haben doch viele. Da soll ich mir doch keine allzu großen Gedanken machen.“ LOL – achso, weil das viele haben, darf ich da nicht in ein Loch fallen, darf ich mir keine Gedanken dazu machen? Ich mach mir da auf jeden Fall immer noch große Gedanken und noch zu vielen anderen Dingen. 2010 im Rückblick – nun ja, viel doof, viel Herzschmerz, viel Angst, aber auch viele wirre SMS, die laut meiner Freundin „Highlight-SMS“ waren, viele Gänsehautmomente, viel geweint, viele Kopfschüttel-Moment und einige Lacher. Kleine Erfolgskurve gegen Ende des Jahres, die aber schnell wieder parallel zur x-Achse verlief und in 2011 noch für spannende bzw. jede Menge Panik führen wird. Ha ha.

Auf so manches Highlight komm ich vielleicht noch mal zu sprechen. Jetzt widme ich mich erstmal der Musik. 10 Lieder, die ich gern gehört habe, die dieses Jahr neu ihren Weg in meinen Gehörgang schafften. Und die wahrscheinlich auch sehr viel über mich aussagen.*hust* Musik begleitend zur Gemütslage. „Irgendwie alles“ kann dabei vorkommen, denn die Zeiten, in denen ich auch selber von mir behauptete „Ich mag nur handgemachte Musik“ sind schon lange vorbei. Wat soll das überhaupt sein? Ein Lied wird ein Herzenslied, wenn es im Moment des ersten Hörens mich packt. Manchmal sind es Textzeilen, die sich im Hirn festkrallen, manchmal ist es eine Gänsehaut, die entsteht und die auch noch nach dem zehnten Mal hören wiederkommt. Manchmal verursachen Lieder Pipi-im-Auge-Alarm und manchmal muss man ein Lied auf jeden Fall hören, damit die Laune wieder besser wird. Herzenslieder, egal welcher Musikrichtung wirken sich aus und das auch körperlich. :) Ich mag Listen und so n Zeugs und deshalb platziere ich die Lieder auch. 10 Videos sind ein bisschen viel Visual-Content, aber es gibt ja auch gute Musik. Vielleicht hätte ich auch anders herum sortieren sollen.Aber das Beste kommt ja immer erst zum Schluss.

10. All Summer von Kid Cudi feat.Rostam Batmanglij (von Vampire Weekend) und Bethany Cosentino (von Best Coast) uff!
Stammt eher aus der Abteilung „Gutes Gefühl“. Das Lied ist mit seinen knapp 3 Minuten recht schnell vorbei, tja, eben passend zum Sommer. Aber in der Zeitspanne ist es ein sehr feiner Mix aus n bisschen Sommermelancholie, Freude und ordentlich Trommelgewirbel für die typische sommerliche Partylaune. Mag ich auch im Winter. Und Kid Cudi mag ich ganz besonders. Und der ist Rapper.

9. Bloodbuzz Ohio von The National
Ist jetzt eher so die Kategorie „Depressive Musik für melancholische Menschen oder auch umgekehrt“. Auf jeden Fall ein Lied was über 4 Minuten vor sich hin fließt, wenngleich in keinem gewöhnlichen Rhythmus. Und genau das mag ich so daran. Natürlich gibts dann in der letzten Minuten noch mal ein bisschen Gitarrensolo und so. Aber die gleichbleibende tiefe Stimme des Sängers, die paar Zeilen, die gesungen werden, alles ganz schön melancholisch, einfach gehalten: „I never thought about love when I thought about home“  Also, ich hab nicht das Bedürfnis zu heulen, sondern ich mag diese Stimmung im Lied, weil sie eben schön ist. Kann man auch hier kostenlos runterladen.

8. American Slang von The Gaslight Anthem
Rockig mag ich. Bei dem Lied brauchen nur die ersten Takte erklingen und schon wippen meine Füße. Ich mag vor allem die Stimme des Sängers. Ist jetzt nicht so die Bubi-Stimme wie bei manch Rotzlöffel-Punk-Rock-Bands. Ein Lied, an dem ich mich satthören und zu dem ich herrlich mitsingen kann. Und mehr gibts dazu nicht zu sagen.

7. Bright Lights von Placebo
Kein Jahr ohne Placebo. Mag ich nun schon seit 1999! Sind über die Jahre auch ein bisschen poppiger geworden. Was ich aber immer noch toll finde ist ihr eigener Stil. Man hört Placebo raus. Auch wenn der Gesang noch nicht einsetzt, der natürlich markant i.S. von eigenartig ist. Klang zu Beginn noch sehr heliumgeschwängert ist mittlerweile aber auch etwas vacettenreicher. Die Texte waren immer sehr eigen. Die Art sich auszudrücken schaffte die Band durch das Vermeiden gängiger Plattitüden, zumindest auf der ersten drei Alben. Durch Placebo habe ich damals gelernt, auf Idiome in der englischen Sprache zu achten. :) Waren immer ein bisschen versaut, ein bisschen freaky und düster. Live fahren sie mittlerweile visuelle Geschütze auf. Das ist manchmal nervig. Früher hat man auch gerne geschaut. Obgleich sich das dann eher auf die Kleidchen bezog, die Sänger Brian Molko gerne trug. Mittlerweile gibts Visuals, Lichtshow etc. Da geht ein bisschen die Liveatmosphäre verloren. Man schaut dem Konzert nur noch zu, man erlebt es selber nicht mehr. Man starrt nur noch gebannt auf die Bühne. Das Lied Bright Lights ist schon ziemlich kitschig: „A heart that hurts is a heart that works“. Aber es stimmt (leider)!

6. Far away von Wolfmother
Der Song geht ziemlich tief rein. Im Zug sitzen und an Schneelandschaften vorbeifahren und dazu das Lied. Da kann es ruhig mal wieder länger dauern mit der Bahn. Oder im Sommer aufgrund der Hitze einfach nur faul rumsitzen und trotzdem schwitzen. Dazu das Lied! Oh ja!

5. Hurra! Hurra! So nicht von Gisbert zu Knyphausen
Über Gisbert meinte ein Bekannter:“Das ist einer von den Guten.“ Oh ja, das ist er. Herrlich ehrliche, traurige, mitten ins Herz oder in die Fresse treffende Texte. Melancholisch aber irgendwie nie kitschig und oft wird noch etwas obendrauf gesetzt. Gedankengänge, die nicht in altbekannter bzw. ausgelutschter Weise dahergedudelt werden, sondern manchmal noch eine besondere Pointe bekommen. Gedanken, die viele kennen, finden in den Lieder ihren Platz. Oder auch ganz normale alltägliche Situationen. Also kurz: man findet sich schnell wieder in den Songs und man findet schnell Gefallen an den Songs. Behaupte ich jetzt einfach mal. Mir erging es so. „Hurra! Hurra! So nicht.“ ist Herzeleid, ist Verbitterung. Freud und Leid. Leid und Freude. Liegt beides so nah beieinander. Das eine kann ohne das andere nicht sein.

4. Wie soll ein Mensch das ertragen von Philipp Poisel
Ein Kollege vom Kollegen davor. Herr Poisel ist jetzt mehr so der Romantiker, der seine Lieder aber auch geschickt zu dichten vermag. Tiefe Gefühle und dazu dieser oft etwas unbeholfene Gesang. Bricht das Herz, dann bricht die Stimme. „Wie soll ein Mensch das ertragen“ ist schon ein gewaltiger Titel. Aber in Zeiten großer Aufruhr im Herzen ein Gedanke, der einem schon mal kommt.

3. What’s the point von Johnossi
Ebenfalls Herzschmerz. Der wird im Lied aber nicht leise ausgetragen, sondern regelrecht heraus geschrieen. Dazu diese wunderbare Melodie. Und das alles stammt nur von zwei Leuten. Sänger/Gitarrist und Schlagzeug. Funktioniert live auch hervorragend. (Das Video ist allerdings total scheiße. Deshalb nur die Soundcloud.)

Johnossi-What`t the point by malin_niklasson

2. Kräne von Gisbert zu Knyphausen
Und nochmal ein Lied von ihm. Eine Liebeserklärung an eine Stadt. An Hamburg. Für mich ein Lied allgemein über Sehnsucht, Verbundenheit,  über das Finden des eigenen Platzes in dieser Welt, dem Alltag etwas abgewinnen, sich (zu viele) Gedanken machen. Auf Platz 1 mag ich es nicht setzen, dafür kenne ich es erst seit ein paar Wochen. Es muss noch den Dauer-Dudel-Test bestehen. Mag ich es genauso nach ein paar Monaten Dauerbeschallung? Beim ersten Mal hören hats mich gleich gepackt. Ich konnte in diesen knapp 4 Minuten einfach keinen Augenblick weghören. Besonders der Refrain ist wunderschön! Bis dahin treibt das Lied ein bisschen düster vor sich hin. Im Refrain löst sich das auf. Da poltert dann auch ein bisschen das Herz. 😉

http://vimeo.com/10906069

1. Everything you wanted von Kele
Huch! Mein Lieblingslied 2010. Ein bisschen mehr Liebling als die anderen. Ich weiß gar nicht genau, wie ich beschreiben soll, was mich daran so begeistert. Der Sänger singt ja sonst eher bei Bloc Party. Macht er auch ganz ordentlich. Solo mag ich ihn sogar noch mehr. Musikalisch mag ich alles an dem Song. Irgendwie akustisch hypnotisch zu Beginn und während den Strophen.


Zu Elektronisch? Bitteschön geht auch etwas handgemachter.

Das ist also mein Soundtrack 2010. Der aufmerksame Leser und Zuhörer wird merken: Da steckt ne Menge Gefühl, Sehnsucht, Schmerz (hach) drin. Wobei es noch viele Lieder aus den Vorjahren gibt, die ich immer noch gerne höre und die ganz andere Befindlichkeiten ansprechen. Also, so ne Jahrzehnt-Liste wäre vielleicht etwas abwechslungsreicher. Diejenigen, die sich durch die ganzen Lieder gehört haben: Respekt. Vielleicht findet ihr an dem einen oder anderen auch Geschmack. Ich such ja immer auch gerne Konzertbegleitungen. Ich möchte 2011 gern mehr auf Konzerte gehen. Das war dieses Jahr ein bisschen mau. Und in 2011 wirds auch erstmal dauern bis ich wieder gehen kann (ist ja auch nicht mehr so billig).

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