Gudde Laune

Pand-ASTI-sche Ansichten

Ich mach den Silbereisen

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„Wenn wir einen Menschen hassen, so hassen wir in seinem Bild etwas, was in uns selber sitzt. Was nicht in uns selber ist, das regt uns nicht auf.“ (H.Hesse)

Ich wäre gern dumpf und kalt. Ich würde gern einfach Dinge hinnehmen und sie lassen wie sie sind. Egal ob Schönes oder Schreckliches. Ich hab mich lange Zeit intensiv damit auseinandergesetzt und mich hinterfragt, Erlebnisse hinterfragt, Gedanken hinterfragt usw. Schließlich soll doch dadurch die Welt um einen herum greifbarer werden. Es wird dadurch nicht besser oder schlechter, aber sich mit diesen Dingen zu befassen, soll doch der erste Schritt sein. Ja, für was eigentlich dann? Sich selber begreifen, sich selber verstehen um zukünftig anders zu handeln bzw. um überhaupt was in Ganz zu setzen.

Ich bin im Moment so voller Wut und Hass. Ich könnte mich stundenlang aufregen und würde am liebsten meinen ganzen Hass loswerden. Ich weiß nur nicht wie. Und ich find mich selber grad so unausstehlich und bescheuert. Ja, genau! Bescheuert find ich das. Weil es Nerven kosten und Zeit und es geht schließlich nicht um weltbewegende Dinge. Also, ich reg mich nicht darüber auf, dass irgendwo irgendwer grad wieder Häuser und Menschen bombardiert oder seinen Müll nicht trennt. Ich schrei meinen Nachbarn nicht an:“ Ey, Du Sack. Das gehört in die GELBE TONNE.“

Im Grunde bin ich grad ein kleines, trotziges Kind. Ein Kind mit hässlichen Haarspangen, das tobt und schreit und sich auf den Boden wirft. Mir kommen die schlimmsten Schimpfworte in den Sinn. Die würde ich der entsprechenden Person am liebsten runterbeten wie eine Litanei in irgendeiner Dorfgemeinde. Ich will vulgär sein, ich will mich verbal auskotzen, ich will mit Worten brüllen, die manche gar nicht in ihrem Vokabular haben. Aber ich weiß, es würde nichts bringen. Es würde mich nicht erleichtern, es würde an der Person einfach abprallen. Die Person würde sich das anhören und würde nicht reagieren. Sowas halt ich nicht aus. Ich halt es nicht aus, wenn jemand einfach alles schluckt und emotional gar nicht spürbar ist. Und ich find da im Moment keinen Ausweg. Mit Sport, heiß Baden oder eventuell Yoga ist es nicht getan. Sowat brauch ich erst nicht versuchen, denn das liegt alles ein Stückchen tiefer.

Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als es einfach auszuhalten. Irgendwann kühlt sich der heiße Kopf schon ab. Dann seh ich wieder klar. Aber im Moment hasse ich, hasse ich, hasse ich, hasse ich, hasse ich, hasse ich, hasse ich, hasse ich, bis mir vor Wut die Tränen kommen. Ich würd am liebsten mein 40kg Waffeleisen einmal quer durch den Raum werfen. Und genau in dem Moment, in dem ich sowas denke, tut es mir leid. Ich fühl mich schlecht, weil ich mich selber so wichtig nehme. Weil ich meine, man müsste mit mir doch bitteschön anders umgehen. Grob erklären kann ich es ja. Ich hab ungefähr eine Ahnung, warum ich so extrem reagiere. Aber ich will das komplett auflösen, will Antworten warum genau sowas bei mir eine solche heftige Reaktion hervorruft. Und gleichzeitig beschleicht mich das Gefühl, dass es vielleicht einfach so ist. Ich bin halt so. Biologisch, neurologisch und genetisch einfach so geboren. Aha. Hab ich dadurch irgendwas gewonnen? Wenn ich das halt akzeptiere, dass es so ist, wie es ist?

Dieser Blog heißt GuddeLaune. Ich lese meine Artikel der letzten Zeit und würd das alles am liebsten einmal durchs komplette Internet schleudern. Ich wäre gern die Biene Maja, bin aber nur ne fiese Sauronhummel. Und ich hasse Hermann H. Der Sack hat das alles gewusst. Hat das auch erlebt und dann schreibt der das auch noch auf. Und ich mit meinem dämlichen Sprücheband lese das und denke: „Oh ja. Toll!“

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