Gudde Laune

Pand-ASTI-sche Ansichten

Wortkollaps: Ausbekommen gekriegst!

| 2 Kommentare

An Halloween drehen die Leute anscheinend durch. Ich zelebriere das ja nicht, es ist einfach eine Gelegenheit um auszugehen. Dieses Jahr eben mal an einem Sonntag. Schon erstaunlich wie sich die Leute mit ihren Kostümen Mühe geben. Bei manchen setzt allerdings auch das Hirn zombie-mäßig aus. Das war mir im letzten Jahr schon aufgefallen: Eier auf Busse werfen. Als ich in den Bus gestiegen bin, um zum Duisburger HBF zu fahren, da war der Bus schon ordentlich vollgeseichert. Während der Fahrt flogen noch 2 Eier an den Bus. Verrückt.

Am Essener HBF traf ich meine Freundin, ihren Freund und jede Menge alkoholisierter Zombies, die Böller zündeten. Wir warteten noch auf einen Freund der beiden und dann ging es auf eine Party an der Uni. Es war ja noch früh und daher war es noch ziemlich leer. Ich trank 2 Cocktails, kickerte und tanzte zu schlechter Musik. Irgendwann war es richtig voll. Und damit mein ich: Richtig voll. Es war so voll, dass die Luft zum Schneiden dick über der Tanzfläche hing. Wir tanzten an der Seite außerhalb der zombiefrisierten Masse. Aber irgendwann waren es Zustände wie in einer Sauna. Meine Freundin und ich sind kurz raus in den Vorraum, da wo auch nicht geraucht wird. Bei so ner Luft macht weder rauchen, noch trinken oder bewegen Spaß. Nach gut einer halben Stunde gingen wir wieder in den Schweiß-Moloch. Durchgedrängelt setzten wir uns an der Seite auf die Tische. Und dann gings los: ein seltsames Gefühl, das durch den Körper wandert. Die Muskeln lassen nach. Irgendwas kriecht bis in den Kopf und dann geht der Kaltschweiß los. Ich hatte so was bislang einmal in meinem Leben gehabt: Kreislaufprobleme. Geistesgegenwärtig suchte ich mir den Weg durch die Menschenmenge. Der einzige Gedanke war: Nicht hinfallen! Nicht auf einen Steinboden fallen, sich was aufschlagen oder Füße abgebekommen. Im Vorraum waren noch zwei Stühle frei. Auf den letzten Metern kam dann noch das obligatorische Augenflackern hinzu und sämtliche Muskulatur im Körper ließ nach. Ich hab mir nicht in die Hose gemacht, aber hätte ich eine volle Blase gehabt, dann wäre das passiert.

Hingesetzt auf den Stuhl, die Arme auf den Tisch und den Kopf auf die Hände gelegt. In dem Moment wünschte ich mir, ich sei einfach nur ne Schnapsleiche. Dann hätte ich das ja alles verstanden. Aber das war ich nicht. Ich hatte schon längst die zwei Cocktails wieder ausgeschwitzt. Im Moloch. Meine Freundin holte mir ein Wasser. Ich war klitschnass. Gott sei Dank trug ich ein schwarzes Oberteil. Ich war am ganzen Oberkörper nass. Mir stand der Schweiß auf der Haut. Ich trank mein Wasser in aller Ruhe aus. Beim Kopfauflegen auf meine Hände hatte ich mich versehentlich abgestempelt. Der Partystempel von der rechten Hand hatte sich zur Hälfte auf meine linke Wange abgezeichnet. Naja, war ja Halloween. Dann gingen wir raus an die frische Luft und nach gut 10 Minuten dann wieder rein. Durchgeschwitzt in der kalten Nacht zu stehen macht keinen Spaß. Wir suchten die beiden anderen und fanden sie im Schweiß-Moloch. Da war es schon ein wenig leerer, aber es war immer noch warm und ich hatte schnell wieder das Gefühl, dass ich nicht wirklich Sauerstoff reinbekomme. Ich trank meine Cola und merkte dann: Jetzt gehts wieder los. Ich schwitze schon wieder. Rechtzeitig bin ich rausgegangen und hab mich wieder in der Vorraum gesetzt. Die anderen kamen hinzu und wir beschlossen noch alle das auszutrinken was wir hatten und dann zu fahren. Die Jungs kickerten und wir saßen noch ein bisschen rum. Füße hochgelegt, Wasser getrunken.

Am Nebentisch telefonierte ein Zombie. Er redete und redete, aber ich verstand nicht wirklich, was er da plapperte. Er guckte dann immer so rüber und irgendwann kam er mit dem Stuhl an den Tisch. Er hielt mir das Handy hin und plapperte was von, ich solle mal singen! Ich verstand das zuerst nicht wirklich. Ich nahm das Handy und versuchte mir dem anderen Menschen zu kommunizieren. Das war schwierig, es war laut, der Empfang schlecht und außerdem sprach der andere Englisch, was ich nur bruchstückhaft verstand. Der Zombie ermunterte mich zu singen, er machte es vor und sang passend zu dem Lied, das gerade lief: Es war natürlich „Take on me“ von Aha. Ein besonders leicht zu singendes Lied. Naja, ich sang dann aber einfach mal ins Zombie-Handy. Meine Güte, es hat ihn ja gefreut und ich habe so meinen Kreislauf wieder in Schwung gebracht. Dann war das Lied vorbei. Wir tranken schnell aus. Auf dem Weg zur Garderobe verfolgte uns der Zombie. Diesmal wollte er, dass ich das Lied von Melissa Etheridge mitsinge. Nee, nee, nee…mittlerweile sorgten nämlich mein schweißdurchtränktes Unterhemd und mein Oberteil dafür, dass ich zitterte. Mir war einfach nur kalt, ich wollte in meine Jacken und mich dann ins Auto setzen. Das war ja der Bonus an dem Abend. Einer der Herren war mit dem Auto da.

Das war angenehm, das war herrlich. Ich mümmelte mich in meinen Mantel und wäre ja fast eingeschlafen. Nach gut 20 Minuten wohligem Sitzen im Auto waren wir da. Ich war anscheinend noch stoned von diesem Wellness-Erlebnis: Autoheizung, sanftes Gleiten über den Asphalt und schlummern auf dem Rücksitz (Ja, nach so einem Erlebnis ist das ziemlich toll!). Ich verabschiedete mich und wollte dem Fahrer einfach nur meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Ich wollte ihm sagen, dass er was gut bei mir hat:“ Erinnere mich beim nächsten Mal daran, dass Du einen von mir ausbekommen gekriegst!“

Wunderbar! Sprachliche Ausfallerscheinungen. Vielleicht Sauerstoffunterversorgung der Gehirns oder eine abgewandelte Form meine Schlafredner-Talents. Es hat ja doch noch jeder verstanden, was ich sagen wollte. Trotzdem hinterlässt der Abend einen ziemlich bitteren Geschmack bei mir. Wir machen uns Sorgen. Zweimal ist uns das jetzt passiert. Wobei beim letzten Mal tagsüber richtig kollabiert bin und für 2 Sekunden weg war. Wir hatten nie Probleme mit so etwas, wir haben immer weitergemacht, wenn was war, nie hat der Körper hat rumgezickt. Und vielleicht war es das eine oder andere Mal zuviel. Wie toll wir das immer fanden, wenn wir zäh weitergemacht haben. Aber anscheinend geht das irgendwann nicht mehr. Wir kümmern uns nicht gut um uns. Wir haben seit 4 Monaten hin und wieder Hüftschmerzen, in letzter Zeit sogar häufiger. Wir wollen nicht zum Arzt und hören, dass wir das oder das haben oder das wir das jetzt so machen müssen.

2 Kommentare

  1. „Sprachliche Ausfallerscheinungen. Vielleicht Sauerstoffunterversorgung der Gehirns oder eine abgewandelte Form meine Schlafredner-Talents.“ <- I lol'd! 😀

    Lektorat an'n Start! 😉

    Ach, und das, wovor man immer Angst hat, man könne es beim Arzt hören: Das bekommt man nicht zu hören. Geh einfach mal zu der Alex Beyer, lass dir die Wirbel für 50,- Euro wieder richtig biegen und dann sind die Schmerzen weg. Ohne Scheiß, jetzt.

    Gute Nacht. :)

  2. Guten Abend, :)

    Yo, steht auf meiner To-Do-Liste für dieses Jahr. Brauch ich noch das nötige Kleingeld.

    Ja, ich kleiner Hasenfuß hätte weniger Sorgen, wenn ich das regelmäßig machen würde.

    Überleg grad wegen dem Nanowrimo vielleicht sollte ich diese Ausfallerscheinungen in den Fokus stellen. Ach, ich weiß noch nicht.

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.