Gudde Laune

Pand-ASTI-sche Ansichten

Liebe als Kommunikationsmedium – Epische Betrachtung einer Sommerliebe, die nur auf weiblicher Seite und zudem nur digital und mental existierte

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Liebe: Liebe fungiert – nach Luhmann – in der heutigen funktional ausdifferenzierten Gesellschaft in erster Linie als „symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium“, das unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlich machen soll. [Quelle: Wikipedia] –> Das find ich witzig!

Wie fang ich denn mal an? Am besten chronologisch. Ich hatte im Frühjahr eine erzwungene Verabredung. Es gibt auch unter Männern einige Kuppeltanten. Ich hab das damals nicht sehr ernst genommen, weil sowas nie klappen kann. Das ist ein erzwungener Rahmen, man versucht die Zeit rumzukriegen. Außerdem war es mitten in der Woche, an einem Tag, an dem ich eh um 05:00 Uhr aufgestanden bin. Das Gegenüber war nett; ich aber zu dem Zeitpunkt noch ein bisschen leidend wegen jemand anderem. Dennoch waren es angenehme 3 Stunden. Ich weiß gar nicht, was dafür sorgte, dass von meiner Seite danach nichts mehr kam. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich ja immer auf den großen Knall warte. Also, entweder ich bin sofort hin und weg oder eben nicht. Ein paar Stufen dazwischen gibt es irgendwie nicht. Bislang gabs bei denen mit Knall hinterher schnell den Fall. Und diejenigen, von denen ich zu Beginn dachte ‚Das wird nichts, weil keine 100 Prozent Interesse meinerseits‘, die wurden dann hinterher für lange Zeit feste Beziehungen (was bisher 2 Mal passierte).

Im Juli war ich dann öfters mal im KKC in Essen. Häufig mit einer Freundin, die selbst Phallus-Sorgen hatte. Dagegen hilft reden und Kaffee. Wir saßen da so rum und plötzlich saß ER auch dort bzw. er kam an den Tisch und meinte, er sei jetzt an der Uni festangestellt und ich könne doch mal vorbeikommen in sein Büro…zum Kaffee trinken. Ja, Kaffee trinken geht ja immer. Ich hab mich früher immer lustig gemacht darüber. Aber so macht man das. Man trinkt Kaffee. Klingt besser als: Komm wir unterhalten uns mal. Naja, dann sagte er aber auch schon, er müsse mal weiter und zack war er wieder weg. Sehr hektisch, sehr aufgeregt. Und ich wusste nicht, was plötzlich bei mir los war. Aber ich war auf einmal so begeistert. Er hat bis dahin ja eher in die Kategorie “Nett” gepasst. Und „nett“ hat ja bei mir keine Chance.
Ich war auf jeden Fall ein bisschen beschwipst vor Freude. Zuvor hatte ich ja auch schon viele Gespräche mit Freunden geführt, die alle meinten, was ich such, dass gibt es nicht bzw. ich suche mir dann immer diejenigen, die mir nicht gut tun. Die Netten in meiner Welt nehme ich ja gar nicht wahr. Fortan war ER eingestuft als NETT.

So, in der Folgezeit gabs dann mehrere Anläufe. Im Facebook-Chat wurde als erstes das Stilllleben als möglicher Treffpunkt ausgemacht. Das hat dann aber doch nicht geklappt. 1 Woche später nahm ich meinen Mut zusammen und bin mal rüber zu dem Gebäude wo sein Büro ist. Ich bin da ja auch eher ein Nervenbündel bei sowas. Er war aber leider nicht da. Ein weiterer Termin klappte auch nicht, aber dann irgendwann war es doch endlich mal möglich.  Man kann am Campus  Essen wirklich viel unternehmen. Kaffee, Kaffee, Cocktails.
Unterhaltung war auch gut, auch wenns nicht so sehr persönlich wurde. Das ist mir ja schon aufgefallen. Seltsam war es auch am Schluss. Es hieß letzte Runde und eigentlich wollte ich auch nichts mehr. Dann hat er aber solange gefragt und mich noch für eine Cola überredet. Ich hatte das Gefühl, er wollte nicht, dass das Treffen endet. Ich muss ja sagen, ich bin schlecht im Flirten. Ich sende selber komisch Signale aus Verlegenheit und ich achte auch nicht so darauf, was der andere macht. Auch wenn mir hier und da mal was auffällt. Im Grund hasse ich Flirten. Weil es nichts weiter ist als ein Spiel. Und darauf hab ich keine Lust. Naja, irgendwann war das Geld aber alle und die Bürgersteige am Campus wurden (früh) hochgeklappt. Bei der Verabschiedung verflog die Euphorie dann auch wieder. Während ich damals bei dem erzwungenen Treffen wenigstens danach noch eine Umarmung bekommen habe, gabs diesmal nichts. Das war ja dann wieder Grund genug zum Spekulieren. Und warten. Bis zum nächsten Mal. Das gab es dann eine Woche später. Kaffeetrinken. Dauer 45 Minuten.  Und un-persönliches wurde besprochen (wegen dem Radio, aber das soll jetzt nicht weiter interessieren) Meine Freundin fand das lustig, dass es so kurz war. Naja, es war ja auch keine richtige Verabredung. Es gab dann in der Folgezeit lustige Facebook-Nachrichten. Ein gemeinsames Biertrinken mit einer Freundin hat dann wieder nicht geklappt. Mir wurde aber ein Cocktail versprochen.

 

Ja, und diesen Cocktail habe ich dann auch mal eingefordert. Das sollte kein Problem sein. Wir hatten uns für Samstag verabredet und uns am Montag davor noch mal an der Uni getroffen. Da besprachen wir den Cocktailabend. Der Tag war zuerst okay. Während des Treffens meinte er dann, es gebe für Samstag noch eine andere Option, ob das auch okay sei. Das war für mich okay. Und ganz zum Schluss meinte er, er könne den Samstag nicht zu 100 Prozent bestätigen. Häh???? Er wollte mich am Donnerstag noch mal anrufen. Donnerstag kam aber kein Anruf. Stattdessen postete er bei Facebook einen Link zu dem Event am Samstag und fragte in die Runde, wer mitkommen möchte. Mir schickte er am nächsten Tag den Link. Ich schrieb zurück, was das denn genau sei und was das jetzt heißen soll, ob ich mitkommen soll? Explizit gefragt hatte er nämlich nicht. Er antwortete, es sei schon ein Vorschlag gewesen und ich soll nicht böse sei, dass die Planung so durcheinander gehe. Ich antwortete noch etwas Zynisches und wartete auf Antwort. Freitagnachmittag, Freitagabend, Samstagmorgen keine Antwort. Ich konnte ja sehen, dass er mit anderen schon eine Uhrzeit festsetzte, die haben den Event da ja alle kommentiert. Ich stupste ihn an, er mich. Dann unternahm ich Samstag was anderes. Ich bekam auch hinterher keine Erklärung. Irgendwann kommentierte er nur wieder bei mir und postete mir was auf die Pinnwand. Das fand ich aber blöd und ich schrieb, er solle meine Pinnwand nicht so verunstalten. Dann zwei Wochen nichts Konkretes gehört. Das war schon echt eine Scheiß-Nummer. Und ich hatte schon so eine Intuition gehabt. Mir kam das alles sehr seltsam vor. Und ich schwankte zwischen einfach aufgeben oder es doch weiter versuchen. Weil wenn ich was gemacht habe, dann kam ja meist eine Reaktion.

Nun ja, irgendwann gabs dann wieder abendlichen Facebook-Kontakt. Dabei erfuhr ich, dass er im Urlaub war. Das war ja wieder doof. Aber er schrieb, dass er ja auf jeden Fall wiederkommen werde. :) Eine Woche später wechselte ich von Facebook auf SMS. Ich fragte wann ich denn meine Texte bekommen werde (Warum tut jetzt nichts zur Sache. War eine Idee über die wir öfters sprachen). Die SMS führten dazu, dass ich zu einem halbberuflichen Treffen zu ihm nach Hause eingeladen wurde. Das war „Ne ganze tolle Chance, Asti“ (O-Ton einer Freundin). Ich war da ja schon ein wenig frustriert, weil sich das Ganze schon über fast 3 Monate hinzog (also seit dem Wiedersehen im KKC). Ich hatte ja schon mehrfach mit meiner Freundin darüber gesprochen. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft sie sagte:“Asti, versuch das nochmal. Wenn nichts kommt, dann würd ich es lassen.“ Ja, hätt ich das mal gelassen oder hätte ich früher mal die Karten auf den Tisch gelegt.

Also, halbberufliches Treffen. Zuerst waren noch andere da, hinterher waren wir nur noch zu dritt. Es gab ein bisschen viel Wein. Es war lustig und irgendwann war es spät. Ich glaub halb 4 morgens. Er fragte mich dann, ob ich sehr sauer gewesen sei, als dass an dem einen Samstag mit den Cocktails nicht geklappt  hat. Ja, das bestätigte ich, das sei sehr scheiße gewesen. Und dann meinte er, das sei deshalb gewesen, weil da noch eine war, die nämlich dachte, ER und SIE seien zusammen! Häääääh?????? Hab ich nicht so kapiert, ich war ja auch schon im Halbschlaf. Er meinte, da müssten wir noch mal in Ruhe drüber reden. Dann ging ich. Und das Schlimme ist:  Ich hatte mir damals so etwas in der Art gedacht! Das war alles so merkwürdig und ich hab für sowas einfach ein Gefühl. Leider.

Später traf ich mich mit einer Freundin. Sie meinte, ich soll mich melden und das Ganze erst mal positiv sehen. Da könne man drauf aufbauen. Es war ja alles angenehm, es sei ja auch nichts passiert. Allein das Geständnis wegen dem Zwischenfall war ein wenig bitter. Wie oft hat sie mir gesagt: „Asti, der ist eben schüchtern.“ Und wie oft habe ich geantwortet: „Der ist 35. Der hat nicht schüchtern zu sein. Der hat einfach kein Interesse!“ Und dennoch ging es immer weiter.

Um das mal ein bisschen abzukürzen. Irgendwann an dem Wochenende simste ich, ich sei emotional verwirrt. Jetzt war ich es ja schon ein wenig leid. Als Antwort kam zurück, ihm ginge es da vielleicht ähnlich. Aha. Das war für meine Freundin ein Grund zum Jubeln. „Siehste, er ist schüchtern.“ *LOL*  Ich schrieb ihm, dass könnten wir ja mal entwirren.

Im Zuge dieser ganzen irren Geschichte war es immer wieder interessant zu beobachten, was für eine Rolle Facebook dabei spielte. Nun ja, nach ein paar Tagen postete ich einen Trailer zu einem Film auf meine Pinnwand mit einem Hinweis, dass ich den gerne sehen möchte. Da kam dann als Reaktion eine Antwort von ihm, dass er den auch gerne sehen wollte. So unvermittelt aus dem Nichts. Es sollte auf Kino am Samstag hinauslaufen. Ich war da ja schon skeptisch. Es wäre das dritte oder vierte Mal gewesen, bei dem wir etwas ausgemacht hätten und ich schloss schon eine Wette ab, dass es bestimmt wieder nichts wird. Naja, am Freitag bekam ich die Nachricht, es müsse das WE am PC verbringen, weil er zu arbeiten hätte. Aber er würde das Ganze auch gerne mal entwirren. Lollig. Ja, klar. Also, er hatte mir mal gesagt, er sei am WE gerne unter Menschen und er hat doch nur eine halbe Stelle. Also, da konnt ich nicht mehr. Meine Halsschlagader stand kurz vor der Explosion. Ich schrieb eine Nachricht. Grundaussage: Ich sei es leid, immer so kurzfristig Absagen zu bekommen. Ich stecke da emotional ein bisschen mehr drin. Das sei alles furchtbar kompliziert und er solle nicht so zweideutige Dinge sagen oder schreiben und sich mal klar äußern. Naja, zumindest sei das bei mir immer so angekommen. Und wenn er wirklich Interesse daran hätte, das zu entwirren, dann könnte er sich wenigstens mal eine Stunde zwischendurch Zeit nehmen oder anrufen oder so.

So, die Antwort kam dann zwei Tage später (nachts). Was ich aber erst Montagmorgen gelesen habe. Also, er schrieb, dass er nie mehr als eine tolle Freundschaft wollte, weil mehr könne er nicht. Er wolle auch nicht mehr, weil das alles so schwierig sei und verletzen wollte er auch nie, weil er selber wisse, wie sich das anfühle. Aber das liege ja nicht an mir (toller Satz). Er wolle mich weiter kennenlernen und ins Kino gehen etc. Er wisse auch nicht, warum das so schwierig sei und warum er manche Dinge nicht merke oder auch nicht merken will. Ich solle aber nicht traurig sein, weil sich das nicht lohnen würde. Und würde ich ihn besser kennen,dann würde ich das verstehen. Und er wolle mir das ja so gern erzählen.

Tja, da war erst mal Polen offen. Nach mehrmaligem Durchlesen der Nachricht fand ich sie sehr widersprüchlich. Zum Beispiel das er gerne mit mit ins Kino möchte, oder auf Partys. Ja, dazu ist es ja nie gekommen. Da kam ja irgendwas immer dazwischen. Keine Ahnung was, ob andere Damen oder Panikattacken, ich weiß es nicht. Ich hab nochmal geantwortet. Insgesamt zweimal. Beim ersten Mal war ich doch schon sauer. Beim zweiten Mal etwas verständnisvoller, weil ich das ja schon traurig fand, was er geschrieben hatte. Ich bin ja auch nicht einfach bei Gefühlen, weil ich immer noch Angst habe, dass es wieder mal schlimm wird. An dieser Stelle meldete sich aber auch mein Helfer-Syndrom zu Wort. Ich denk ja meist: Wenn man redet wird alles gut. Ich hab ihm das also angeboten, weil er das ja auch geschrieben hatte („Ich würds Dir gerne erzählen“). Und ich möchte ja alles immer gerne verstehen. Natürlich ist sowas nie einfach. Über Dinge zu reden, die einem mal verletzt haben oder die einfach anders sind oder schwierig. Ach, keine Ahnung. Ich weiß ja gar nicht was los ist. Und das wurde mir auch im Laufe der Woche danach bewusst. Ich weiß ja fast gar nichts über ihn. Das meinte meine Freundin auch immer. Nicht nur, der sei schüchtern, sondern auch, dass ich ihn ja irgendwie doch so gar nicht kenne. Wie dem auch sei, ich schrieb, er könne mir das gern erzählen, wenn er wolle, aber dazu müsse er einen Tag, eine Uhrzeit nennen und er dürfe das nicht wieder absagen. Ich bin halt total sozial. Aber wir wissen ja nun schon, wie das mit meinem Helfer-Syndrom ist. Mir gehts da vielleicht mehr um mich? Naja, mein Angebot stand. Ich hätte es mir angehört. Aber……

Es kam keine Antwort mehr. Zuvor hatte er noch geschrieben, dass er mir am WE ganze Romane geschrieben und die aber alle wieder gelöscht hatte. Nun kam nix, noch nicht mal ein „Lass mich in Ruhe“.  Mein dauerndes „Ach, das ist ja so traurig. Was ist denn da nur passiert?“- Gefasel wich so langsam einem „Er ist einfach ein Idiot“.

Also die Fakten: ein 35 Jahre alter Mann vermasselt eine Verabredung, weil da eine andere Frau war, die dachte, sie sei jetzt seine neue Freundin! Und da wusste er ganz genau, dass ich diese Aktion insgesamt ziemlich doof fand. Hat er mich doch selber drauf angesprochen. Dann schreibt er irgendwelche wirren Dinge und bringt es trotzdem nicht konkret auf den Punkt. Und genau das macht mir ja noch zusätzlich so wahnsinnig. Wenn er schreibt, dass er nicht an mir liege. Ich hasse Dinge, die ich nicht beeinflussen kann. Da werde ich wahnsinnig. Aber es kann doch wirklich auch sein, dass er eine Arschloch-Ader hat? Ich bin automatisch auf der Schiene gelandet: “Oje, schlimme Dinge erlebt, deswegen hat er solche Probleme.“ Es kann aber auch einfach sein, dass er da eher egozentrisch ist oder emotional eingeschränkt. Aber ist es überhaupt wichtig was mit ihm ist? Haben WIR wenigstens irgendwas daraus gelernt?

1.) Verkuppeln ist großer Mist.

2.) Wenn uns ein Mann gefällt, dann werden wir in Zukunft ein bisschen dranbleiben, aber nicht monatelang nach jeder Aufmerksamkeit, jedem netten Wort etc. hecheln. Wir machen ein bisschen schneller Nägel mit Köpfen. Ich finde das ja faszinierend. Früher waren das alles Dinge, die ich sehr unangenehm fand. Denn wenn ich mich jemandem gegenüber offenbare (das ich verliebt bin), dann ist das ja schon ein Risiko. Und es kann wie in diesem Fall im Chaos enden. Aber vielleicht endet es irgendwann auch mal im Positiven! *seufz*

3.) Jeder Mensch hat seine Geschichte, seine Erlebnisse und Erfahrungen. Ich mag da auch gar nicht großartig gewichten. Um Himmels Willen. Leid lässt sich für mich nicht vergleichen. Jeder kann aufgrund seiner Erziehung, seiner Umstände Dinge erlebt haben, die für ihn ganz persönlich, ganz schlimm waren und sind. Ja, aber ich muss aufhören, dass ich das immer als Entschuldigung für alles ansehe. Zumal ich in diesem Fall noch nicht mal weiß, was denn so schlimm ist, warum er denn ein Mensch ist, für den es sich nicht lohnt traurig zu sein. Ich mein, das ist schon eine krasse Aussage. Die klingt nach Depression, nach Selbstverachtung etc. Die klingt aber auch nach Egozentrik. Als ob er alleine mal Schlimmes oder Trauriges erfahren hat. Ich weiß es nicht. Ich weiß ja gar nichts! Vielleicht redet er wirres Zeug, vielleicht ist er schizophren, vielleicht verstrickt er sich immer in Dinge und weiß hinterher nicht wie er da rauskommt. Vielleicht ist er auch einfach nur ein Arschloch. Das mein ich ja nicht komplett böse. Also, ein Arschloch, weil er es nicht anders vorgelebt bekommen hat. Oder er hat gemerkt: Die Asti ist zu schlau, die kann ich nicht so einfach klein halten. Naja, da projiziere ich wahrscheinlich auch zu viel auf ihn. Aber ich weiß halt nichts! Oder er ist doch ganz schön sensibel und fühlte sich nun in die Ecke gedrängt. Ich weiß ja nichts. Ich werde in diesem Fall dumm sterben.

Auf jeden Fall war ich wütend und bin es immer noch. Wir sind keine Freunde mehr. Das mag jetzt etwas albern klingen, aber wie ich bereits schrieb: Auswirkungen sozialer Netzwerke wie Facebook auf die Kommunikation und das Verhalten geschlechtsreifer Menschen. Ich bekomm von ihm nichts mit und er von mir auch nicht. Das muss ich machen, sonst fange ich nur an zu schauen und zu interpretieren. Das tut mir nicht gut. Erstmal aus den Augen aus dem Sinn. Vielleicht klappts ja irgendwann auf ner normalen Ebene. Ich meine, Freunde scheint er ja zu haben. Also soziopathisch ist er nicht!
Jaja, dutzende Interpretationen. Etliche Meinungen. Interessant fand ich die Aussage einer Bekannten, dass jemand der sagt, er sei schwierig, in Beziehungen noch schwieriger wird, wenn er vielleicht merkt, dass er eigentlich gar nicht so schwierig ist, und dann quasi sein letzte Schutzbastion verliert. Dann wird gezwungen auf schwierig gemacht. Fand ich auch interessant. Trifft aber wohl nicht auf ihn zu. Ich weiß ja nicht, ich weiß ja gar nichts.

Mich ärgert aber vor allem die Zeit, die ich da rein investiert habe. Das waren ja Wochen, Quatsch, Monate. Von Juli bis Oktober. Und da grübel ich natürlich: Wem oder was bin ich da eigentlich nachgerannt? Dem Menschen oder einer Vorstellung davon, wie es sein könnte? Bin ich naiv? Also, er hat mir ja nichts versprochen, er hat mir keine Aussichten auf irgendwas gemacht. Es waren aber die kleinen Botschaften, die kleinen Aufmerksamkeiten, die kleinen Zweideutigkeiten und natürlich das Mantra „Asti, der ist schüchtern“. :) [Vielen Dank liebe N.]

Ich denke oft, es gibt für alles eine logische Erklärung. Ich muss anscheinend akzeptieren, dass nicht jeder Mensch, der ein bisschen schwierig ist, einfach nur ein bisschen Hilfe braucht. Und ich sollte mir nicht immer anmaßen, dass ich da eine kompetente Helferin bin, die einfach nur dasitzen und zuhören muss. Manche verhalten sich einfach wie das Letzte und habe keinen Ansatz von sozialverträglichem Verhalten. Entweder weil sie es nicht können (Dann kann ich eh nichts machen, dann kann keiner was machen. Dann kann nur derjenige selber für sich entscheiden:Oh, so mache ich weiter – oder – Oh, so mache ich nicht weiter.) Oder aber weil sie nicht wollen. Aus was für Gründen auch immer.

Im Grunde bin ich ja auch selber schuld. Ich hätte schon viel früher sagen können: OK, wir belassen es dabei. Also, doch naiv. Aber ich bin ja anscheinend nicht die einzige Naive in seinem Umfeld. Meinen mangelnden geistigen Horizont schein ich aber mit meiner Intuition auszugleichen. Erschreckend. Das war nicht das erste Mal. Ich hatte an schon anderen Stellen bei sowas ein seltsames Gefühl. Ich sollte mehr auf mein Gefühl hören und weniger auf meinen Kopf. Naja, und hier lag mein Gefühl vor Monaten ja auch irgendwie richtig. Nett! Mehr nicht! Aber auch das weiß ich nicht wirklich, weil ich ja gar nichts weiß. Und das kotzt mich tierisch an. Und das ist so seltsam, ich könnte mich da einfach nur aufregen. Stundenlang. Und dann grübel ich, ob ich mich nicht insgeheim über mich selber aufrege. Nein, mag sein, dass ich mich ein bisschen verrannt habe, aber dämlich und verletztend hab ich mich nicht verhalten. Und jetzt hoffe ich, dass es mir bald total egal sein wird.
Und dann zitier ich wieder tote Menschen und ich finde Hermann Hesse:

 

 

 

Wenn wir einen Menschen hassen, so hassen wir in seinem Bilde etwas, was in uns selber sitzt. Was nicht in uns selber ist, das regt uns nicht auf.

 

 

Hass ist da ja schon ein starkes Wort. Aber versuchen wir es mal: Meine Freundin meinte: „Ihr seid euch irgendwie total ähnlich.“ Ja, so ganz unrecht hatte sie nicht. Ich kann mich auch nicht so leicht einfach und direkt äußern. Am liebsten wäre es mir, das Gegenüber liest mir alles von der Stirn ab.Da schreib ich manchmal nämlich alles hin. Und uneindeutig bin ich ja auch manchmal. Ist es das? Regt mich das so auf, weil ich das selber von mir kenne und total scheiße finde?

4 Kommentare

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  2. Ja, guck mal, jetzt haste sogar ‚nen Backtrack! :) Feini, wat? :)

  3. Das ich das noch erlebe. :)

  4. Pingback: Jahresrückblick 2010 – Was man nie anpackt, dauert am längsten* | Gudde Laune

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