Gudde Laune

Pand-ASTI-sche Ansichten

Dialoge einer Nacht

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Manche wundern sich ja, dass sie oft nix von mir hören. Das hat seinen Grund. Das ist nämlich so…Ja, manchmal ist es so wie am Freitag. Da war ich nach einer kurzen Nacht mit ca. 5 Std. Schlaf (die 5. Nacht in Folge) wieder sehr früh wach. Ich habe dann CDs gebrannt, ein Konzept geschrieben und mich in Bus und Zug geschmissen, auf den Weg nach Düsseldorf. Warum ich das gemacht habe, ist jetzt nicht so wichtig. In Düsseldorf hab ich das Päckchen persönlich abgegeben, da an dem Tag Einsendeschluss gewesen ist. Sozusagen war es dann der Übergabeschluss. Dann ging es von Düsseldorf mit der S-Bahn nach Essen zur Uni. Alles noch total im Rahmen. Nach drei Stunden tippen, fast einschlafen und Kaffee trinken ging es zur Nacht der Wissenschaft. Diese Nacht hat sehr viele seltsame Menschen angezogen. Da weiß ich aber auch nicht, ob denen die Wissenschaft zu Kopf gestiegen ist oder ob die einfach nur total irre waren. Aber ich hab ja ein Händchen für irre Menschen.
Kurz zur Wissenschaftsnacht: War wirklich sehr interessant. Überall auf dem Campus wuselten Menschen rum. Leider war das Programm ein bisschen unübersichtlich. So rannten wir erstmal durch die komplette Bibliothek, weil wir zu den „Graumull unter Tage“ wollten. Die waren aber verlegt worden. Den Vortrag zum Mc-Gurke Effekt haben wir auch nicht gefunden. Tolle Journalisten sind wir. Da wir natürlich auch für das Campusradio unterwegs waren, trug ich ein Aufnahmegerät bei mir. In der Vorhalle der Bibliothek machte ich also erstmal eine Umfrage. Dabei tippte mich jemand an, der meinte, er hätte den perfekten Interviewpartner. Nämlich den Entertainment Menschen aus dem Sealife Oberhausen, der damals für Octopus Paul Interviews gegeben hat. Aha. Ich rannte ihm also einfach mal hinterher. Wieder in der Bibliothek, 1. Etage bei dem Vortrag zu den Füßen. Also „Beschaffenheit von Füßen“. Da konnte man sich auch seine Füße scannen lassen. Naja, der Mensch war wirklich lustig und hat echt witzige Sachen geantwortet. Aber ob das wirklich der Octopus Paul Mensch kann ich nicht sagen. Der echte Betreuer ist es nicht, der sieht laut Suchmaschinenergebnis anders aus. Aber nun gut, er hat mir seinen Namen eingesprochen, werde ich morgen mal recherchieren. Nachdem das erledigt war ging es wieder runter in die Vorhalle und dann raus auf den Campus. Draußen stand der Wagen der Luftüberwachung. WICHTIG: Studenten brauchen sich keine Sorgen zu machen. Die Luft am Campus in Essen ist sehr gut. Nur in den Räumen müsste mehr gelüftet werden.

Das Highlight war dann aber Bionautlius im Mensafoyer. Ein U-Boot mit dem man durch den menschlichen Körper reisen konnte. Die zauberhafte Natascha und ich stellten uns an. Vor mir stand ein Mann. Der sah mein, wie er sagte, „Flash-Mikrofon“ und fragte, ob ich so was wie Campusradio mache?! Jo, genau. Er beantwortete mir ein paar Fragen und alles war zuerst gut. Dann redete er mal. Er war ja selber mal beim Campusradio in Bonn, dann dort Lokalradio und schließlich 1 Live, WDR 2. Aber eher als freier Journalist. War alles sehr spannend. Für 1 Live habe er mal eine N-TV Wirtschaftsfrau eine Woche lang begleitet. Die haben da ja diese Kategorie „Mein Tag“. Mit der war er dann in New York. Er wollte ja eigentlich mit 13 Hörspielsprecher werden. Und dann irgendwann wurde er von Michael Geppert (I don’t find that name) zu einem Telefoncasting eingeladen??? Dann hat er ein paar Filme synchronisiert und war dann freier Journalist. Naja, aber jetzt macht er lieber Investmentbanking. Die arme, kleine Natascha stand die ganze Zeit neben mir und schaute verlegen auf den Boden. Auch die Frau vom Bionautilus hatte diesen „Ähh, bitte?-Blick“ drauf. Das Beste war aber die Begleitung des Top-Medien-Manns. Also er meinte ja zu mir, die sei aus Spanien und könne nur spanisch und englisch. Und wenn er deutsch spreche, sei sie sehr eifersüchtig. Ihr zeige er ein bisschen das Ruhrgebiet. Nach dem Bionautilus ging es nach Düsseldorf und dann auf den Kölner Dom. Der sei nachts ganz toll! Ja, das glaub ich. Die Begleitung kam dann irgendwann auch mal wieder zurück. Also, das roch schon wirklich nach Hostess. Und ganz keine Nobel-Marke. Genervt stieg sie dann in den Bionautilus. Da der Medien-Mann keine Alkoholfahne trug tippe ich auf Koks oder Bildung für alle!

Nach dem Flug mit dem Bionautilus ging es auf ne Party. Da ist nichts außergewöhnliches passiert. Nur das auf Natascha von oben einen Tablett mit 8 Sektgläsern fiel. Und das ich mir mein Glaspfand erkämpft habe. Da stellte ich mein Cocktailglas genau auf den Tisch mit unseren Sachen. Ich stand keinen halben Meter weg. Da kommt von hinten so ne Trulle und nimmt die Gläser weg. Nachdem sie das Pfandgeld eingesteckte hatte, bin ich zu ihr hin und hab das mal zurückverlangt. So geht das ja nicht. Auch wenn das nur 1 Euro war. Sie meinte irgendwie, ich hätte besser aufpassen müssen und nicht weggehen. (Ich stand VOR dem Tisch) Naja, ich nahm den Euro und meinte, das seien ja echt schlimme Zeiten, wenn schon die Wirtschaftswissenschaftler Pfandgläser klauen. Es war nämlich eine Wiwi-Party. :)

Gegen Viertel vor 4 saß die Asti am Essener HBF. Es war kalt. Die Asti war sehr müde. Ein bisschen weiter diskutierten zwei Mädels mit dem Mann von LeCrobag. Der wollte ihnen nämlich kein Käsebrötchen ohne Remoulade machen. 15 Minuten Diskussion. Eine von ihnen meinte, das sei doch nicht schwierig zu verstehen. Dafür brauche man doch keinen hohen Intelligenzquotienten. Sie bezahle auch mehr. Der LeCrobag Mann meinte, er rufe gleich die Polizei, wenn sie noch mal das böse Wort sagt. „Welches“, fragte die junge Dame, „Intelligenzquotient?“ Asti aß ein Brötchen. Der Wind blies heftig. Ja, bald wird es Winter.

Froh war Asti, als sie am Duisburger HBF an der Bushaltestelle stand. Um mittlerweile 4.30 Uhr. Da waren es um die 7 Grad (entnehm ich mal dem Wetterbericht) Zudem nieselte es.
Plötzlich stöckelte an mir ein junge Dame vorbei. 1,70 m, 40 Kilo (mit Schuhen), Absatzhöhe geschätzte 8 cm. Das Beste war aber ihr Outfit: sie trug nichts außer einem Minikleid mit Zebramuster. War schon hübsch anzusehen. Lange schwarze Haare, neckisch als Seitenzopf von einem Blumenhaargummi zusammengehalten. Natürlich war ihr sichtlich kalt. Gott sei Dank saßen an der Haltstelle drei junge 18-jährige Mädels, die schnell mit ihr ins Gespräch kamen. Die Zebradame erzählte, sie sei in Dortmund mit Freundinnen auf ner Party gewesen. Die Party war aber doof und dann sei sie gegangen. Sie kannte sich nur leider nicht in Dortmund aus und musste zum Bahnhof laufen (im Minikleid! auf den Absätzen!). Außerdem habe ihr Freund noch Palaver gemacht.
Es war eine anregende Unterhaltung zwischen Zebrafrau (Alter übrigens 22 Jahre) und den drei Nasweis. Man tauschte sich aus, über Erfahrungen mit Provinzclubs, die wir hier auf der Rheinseite haben („Ja, früher haben wir auch mal so Teile geschmissen. Heute Abend nicht mehr!“ Wann denn früher, wenn man 18 ist???)

Es war auf jeden Fall klar, dass wir alle mit dem gleichen Bus fahren. Da war ich ja total froh drüber, denn ich wünschte mir noch mehr irre Dialoge

Zebrafrau: „Wenn ihr aus Rumeln kommt, dann geht ihr vielleicht den xy?“
18-jährige:“Nee, kenn ich nicht.“
Zebrafau: „Dann vielleicht den xy, oder den xy. So ein Dicker!“
18-jährige: „Nenn kenn ich nicht. Hat der ne Freundin?“
Zebrafrau: „Nee, der sitzt den ganzen Tag vor der Playstation!“

Ja, ok. Wenn der das den ganzen Tag macht, dann kann den ja auch keiner kennen. Und solche Fragen stellen doch kleine Kinder, weil sie ja noch nicht wissen, dass es auf der Welt über 6 Milliarden Menschen gibt und man nicht alle kennen kann. Es nieselte stärker und wurde windelig. Dann klingte das Handy der Zebrafrau. Anscheinend ihr Palaver-Freund. Sie meinte, sie wolle auf ihn warten. Das wollten die drei Naseweis aber nicht. Zebrafrau sollte mit in den Bus steigen. Das sagte die Zebrafrau ihm Freund auch. Und dann kam der Bus. Es wurde eine lustige Fahrt.

Zebrafrau und die drei Naseweis saßen ganz hinten, weil da die Heizung warme Luft pustet (O-Ton!) Next Stop: Ein junger Mann stieg ein und setzte sich genau auf den Sitz vor mir. Hab ich mir ja noch nix bei gedacht. Plötzlich kam Zebrafrau und setzte sich daneben. Ach, Du scheiße. Das war also der Palaver-Freund. Dem ging es leider nicht so gut. Er meinte, sie solle ihn in Ruhe lassen. Ihm sei schlecht. Er kotze gleich. Och, nöö! Zebrafrau betüdelte ihn ein bisschen. Da wurde er ein bisschen ruppiger und wies sie zurecht. Warum sie überhaupt nach Dortmund feiern geht. Bei anderen dürften die Freundinnen überhaupt rausgehen. Und er musste wegen ihr durch die Nacht flitzen. Außerdem habe er in Meiderich eine Anzeige bekommen. Da hat er Mülltonnen am HBF umgetreten. Dann kam die Polizei. Denen hat er gesagt, dass er nach Dortmund müsse, um seine Freundin abzuholen. Die streune alleine durch die Nacht. Und da hätte ja auch die Polizistin gesagt, was denn das für eine Freundin sei! LOL Dann meckerte er noch. Fotze, Schlampe, ginge ihm alles auf den Sack. etc. Zebrafrau ging sichtlich geknickt wieder nach hinten. Palaver-Freund fing an sich auszulassen, alle Frauen seien blöde Fotzen. Und er habe keinen Bock auf den ganzen Scheiß. Und auch nicht auf solche Schlampen. Und überhaupt. Gut, dachte ich, so schlecht kanns ihm nicht mehr gehen, dass er gleich kotzt. Trotzdem hätte ich mich gerne umgesetzt. Ging aber nicht. Der Bus war voll.

In Rheinhausen am Markt hielt der Bus, der Fahrer machte den Motor aus. Kurzes Päuschen. Machen die manchmal, wenn die zu früh dran sind. Dann gings los. Der junge Mann rief durch den ganzen Bus, was sei das denn für ein Scheiß. Der Bus solle weiterfahren. Der Busfahrer sagte, er sei zu früh, er müsse ein bisschen warten. Der junge Mann wollte das aber nicht akzeptieren. Er brüllte aggressiv und laut und drohte. Na, super, dachte ich. Wenn der jetzt durchknallt, dann sitze ich genau in der ersten Reihe. Der Fahrer meinte schließlich, er könne warten oder eben aussteigen. Ja, das waren die beiden harmlosesten Optionen. Palaver-Freund stieg dann auch endlich aus, dabei drohte er dem Busfahrer das nächste Mal in den Bus zu pissen. Und natürlich kam es wie es kommen musste. Zebrafrau galoppierte mit ihm aus dem Bus hinaus in die Nacht. Palaver-Freund setzte an der Haltestelle zu einem beherzten Kick an und ballerte ein Straßenschild um. Zwei Mülltonnen und ein Aufsteller mussten auch noch daran glauben. Der Busfahrer startete den Motor. Da lief eins der Naseweis zu ihm nach vorne. Er soll die beiden doch bitte wieder mitnehmen. Oder wenigstens das Mädel (also Zebrafrau die freiwillig rausgerannt ist!) Sie würden auch auf den Palaver-Freund aufpassen. Der sei halt zu, der wisse nicht was er tue. Aber der Zebrafreund war schon ein paar Meter gelaufen. Den Busfahrer hielt dann aber noch mal an und die Zebrafrau stieg wieder ein. Bedingungslose Liebe hin oder her, der Busfahrer war der Mann der Heizung.
Um halb 6 war die Asti zu Hause. Um kurz vor 6 schließlich im Bett. Nach fast 23 Stunden auf den Beinen und vielen seltsamen Dialogen war Asti froh über die Stille.

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