Gudde Laune

Pand-ASTI-sche Ansichten

„Aus Lost wird Found“ oder „Der feuchte Traum eines gelben Hundes“ SPOILER

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Schreibt zumindest ein Fan in einem Lost-Forum. Also, das mit dem „Aus Lost wird Found. „Recht hat er. Und macht sich dennoch gleich unbeliebt. Die letzte Folge der Serie polarbärisiert ganz schön. Für die einen „Wunderschön“, für die anderen „Dreck“. „Zu wenig Antworten!“ – „Was ist denn jetzt die Insel?“ Dieses Streben nach Antworten kann ich sehr gut verstehen. Man will das ums verrecken kapieren. Nö, ich muss das nicht.
Ich habe ja auch mal eine Zeitlang jede Folge analysiert und die ganzen Puzzle-Teile versucht zu verstehen. Das ist anstrengend und irgendwann macht das Köpfchen das nicht mehr mit. Das mag auch an Widersprüchen liegen oder weil die Macher selber hier und da nicht genau einzelne Geschichtsfäden überblickt haben. Das sei ihnen verziehen. Ist ja schließlich (auch) eine Unterhaltungsserie, die mit Quoten zu kämpfen hat und einem gewissen Druck ausgesetzt ist. Dann gabs noch den Autorenstreik, verkürzte Staffeln etc.
Für mich ist das Serienende sehr passend erzählt worden. Die Inselhandlung ist also real. Die Ereignisse der letzten Staffel außerhalb der Insel also eine Art Vorhimmel, in dem sie nach ihrem Tod (wann immer der auch war) gelandet sind. Dort arbeiten sie alles noch mal auf. Um endgültig loszulassen und weiterzuziehen brauchen sie (die meisten von ihnen)  eine Verbindung zu jemandem oder müssen von etwas loslassen, was sie Zeit ihres Lebens gequält oder negativ beeinträchtigt hat. Statt „Live together, die alone“ also eher „No one dies alone“. Ja, FOUND trifft es gut. Sie finden sich alle wieder, alle diejenigen, die eine prägende Zeit ihres Lebens miteinander verbracht haben. Manche sind noch nicht so weit und müssen erst noch weitere Prüfungen?, Aufgaben? bestehen. Bens Minuskonto dürfte ordentlich gefüllt sein, aber durch Alex und Rousseau könnte er auch bald weiterziehen.
Letztendlich stellt die Serie am Schluss den „Glauben“ (nicht nur i.S. von Glauben an den einen lieben Gott)  über eben „das Rationale/die Wissenschaft“. Die zwei Themen sind es, die diese Serie von Anfang begleiten.
Manche bemängeln, dass z.B. die Vorzeit der Insel nicht beleuchtet wurde. Mmh, eine Folge in der Ägypterzeit mit schlechtkostümierten Schauspielern, die eine Statue bauen und ihre Zeichen an die Wände kritzeln? Nö. Brauch ich nicht. Für mich reichen die Vorgänge auf der Insel, die wir gesehen. Und dadurch lässt sich rückblickend fasst alles erklären.
Die Insel als Ort Lebensquelle, die beschützt werden muss, auf der mysteriöse Dinge passieren – Wunder?! Und auch schreckliche Dinge, wenn Menschen kommen und anfangen zu zerstören, zu erobern etc.  Die Ägypter, als noch sehr gläubiges Volk, erbauen dann eben eine Statue als Stätte der Huldigung. Mr.Eko hat auch eine Kirche gebaut. Die Dharma Leute errichteten Stationen mit denen sie auch diesen „Phänomen“ huldigten, sie greifbarer machen wollten – aber aus wissenschaftlicher Sicht. Keine Leichtgläubigkeit, sondern Versessenheit auf Rationalität und Erklärung. Ich finde die Serie sagt sehr viel über das Menschsein aus. Und endet auf eine wunderbare „menschliche“ Art. Emotional und hoffnungsvoll.
Ich sehe Lost als Geschichte mit eben auch Interpretationsspielraum und Lücken, die jeder selber ausfüllen kann. Herrlich in Zeiten in denen wir von Medium Fernsehen einfach nur berieselt werden.
Naja, vielleicht haben uns die Macher auch einfach nur verarscht und das alles ist nur der „Dream of the yellow dog“.

2 Kommentare

  1. aaaaah. wunderbar geschrieben. wunderbar zusammengefasst. gefällt mir! 😀

  2. Danke.
    Es ist schon seit über nem Jahr vorbei. :(

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