Gudde Laune

Pand-ASTI-sche Ansichten

Lektionen des Lebens: Peinliche Situationen souverän meistern mit Asti

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Ich bin ja nun eher ein Typ aus der Fraktion „Fremdschämen“ und „Oooooh, wie peinlich“. Deshalb begebe ich mich oft in Situationen (freiwillig!), die äußerst peinlich und daher abhärtend sind. Konfrontationstherapie sozusagen.

Am Montagabend war es wieder soweit. Asti saß im Bus, erreichte nach kurzer Fahrt ihr Ziel und wollte aussteigen. Es war so ein langer Doppelbus und ich saß im hinteren Teil, zwar am Fenster, aber direkt dort wo sich die Ausstiegstüre befindet. So denn. Der Bus hielt. Asti packte ihre Sachen und stand auf. Nach ca. 3 Schritten stand ich auch schon an der Tür, kam aber nicht weiter. Ein Blick zurück offenbarte das Desaster. Der modische Gürtel meiner sehr chicken Jacke hatte sich mit der Schnalle zwischen den Sitzen verfangen. Das ist mir schon mal passiert, aber da bemerkte ich dies, als ich noch saß. Okay, da stand ich also an der Tür und der Gürtel hing hinter mir ca. 1 m quer in der Luft. Doof! Ich ging zwei Schritte zurück und ließ mich auf den Sitz fallen, so dass ich seitlich mit den Beinen im Gang saß. Ich versucht krampfhaft, die Schnalle wieder herauszuziehen. Das gute Stück hatte sich genau zwischen den beiden Sitzen in der knapp 5 cm breiten Ritze verfangen. Ich muss nicht erwähnen, dass da noch Leute saßen. Viele! Der Bus hielt an der Haltestelle und eigentlich wäre das der Zeitpunkt gewesen, wo ich am liebsten schnell rausgesprungen wäre. Ging aber nicht. Ich versuchte es weiter. Schnell stand für mich fest, dass es nicht erfolgreichversprechend ist, wenn ich versuche, den Gürtel von oben herauszuziehen. Also, zog ich den Rest des Teils aus meiner Jackenschlaufe und drückte den ganzen Wust durch die Sitzritze. Dann wollte ich den Gürtel von unten annehmen. Das gestaltete sich schwierig.
1.) saß ich auf meiner Handtasche
2.) kam ich grad vom Tae Bo und hielt sowieso noch meinen Rucksack in einer Hand
3.) steuerte der Bus die nächste Haltestelle an. Er war im Inbegriff zu wechseln und zwar in den gebremsten Zustand. Dabei wirken auf den Menschen so einige Kräfte. Der Bus bremste und ich drohte (da ich ja seitlich  ja fast schon rückwärts saß) genau in den Freiraum zwischen meinen Sitzen und den Vordersitzen zu plumpsen. Während ich also mit der rechten Hand hinter mich griff und versuchte unter dem Sitz den Gürtel zu erhaschen, hielt ich mit der linken Hand den Rucksack und meine Wenigkeit fest, indem ich mich an den Sitz klammerte. Wie der berüchtigte Affe auf dem Schleifstein verharrte ich dort. Ein Blick in die Richtung der zwei weiblichen Fahrgäste zu meiner Linken verriet mir, dass ich zur allgemeinen Erheiterung beitrug. Dann hielt der Bus auch schon. Ich sprang auf und konnte im Dunkel der Nacht verschwinden.
Das ganze Schauspiel dauerte vielleicht 3 Minuten. Es waren die wohl peinlichsten Minuten meines Lebens. Aber schon während ich ausstieg, musste ich verdammt stark grinsen. Ich erwähnte ja bereits, dass ich vom Tae Bo kam und dabei meine Klamotten so durchgeschwitzt habe, dass sie noch am nächsten Tag feucht waren. Soll heißen: die peinliche Performance wurde durch ein entsprechendes Äußeres noch abgerundet. Erstaunlicherweise habe ich das Ganze gut verkraftet. Ich scheue nicht den Gang in die Öffentlichkeit und Busfahren gehört nach wie vor zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. ^^

6 Kommentare

  1. Ich kann sowas ja auch sehr gut von daher weiß ich wie das ist … 😀

    Aber wie man liest nimmst du es mit einer Menge Humor … so sollte das auch sein.

  2. Cool! Trägst auch gern Jacken mit Gürteln? :) Verhedderst Du Dich auch gern? Tell me your peinlichste Story.
    Ja, mitlerweile kann ich über sowas lachen. Früher hätte ich bestimmt einen Heulkrampf bekommen. Die Busse haben doch mittlerweile Überwachungskameras? Ich werd mal bei der DVG nachfragen. Dann gibts nen Videoabend.

  3. Sag Bescheid wenn dir noch der BH platzt oder die Hose reißt. Beides durfte ich schon mit ansehen. Was ein Spaß! ^^

    Ich habe mal während des Abschließens meiner Haustür ca. 5 Minuten auf die sehr unübliche Frage des Nachbarn von gegenüber nach meinem Gesundheitszustand (wir kannten uns so gut wie gar nicht!) gedankenverloren mit einem ausschweifenden Dialog geantwortet. Als ich mich dann zu ihm umdrehte, schauten sowohl er als auch seine Mutter, die neben uns anscheinend neuerdings eingezogen und gerade zufällig die Tür rausgekommen war, mich sehr ungläubig an und redeten nach kurzer Schweigepause einfach miteinander weiter. Als wenn das niemals passiert wäre. Ich war wohl beim Rauskommen im Halbschlaf in eine Frage ihres Gesprächs einfach mit einer Antwort meinerseits eingestiegen, und das nicht mit zu wenig Worten. Ab dem Tag hielten sich mich wohl für total verballert (wenigstens hat mir das mal seine Tochter gesteckt). Und diese Leute habe ich fast jeden Tag im Flur getroffen.

  4. *kicher* haste dich sofort angesprochen gefühlt. Aber mit dem verballert sein lagen die gar nicht mal so verkehrt.

  5. 😀 nur gut das ich keine Mäntel/Jacken in meiner Größe mit Gürteln finde 😉

  6. Hey kleiner Elmi,
    bei dir wäre das so: du würdest zwischen den Sitzen hängenbleiben. Eingequetscht. Ich hätte auch lieber so jemanden wie Dich da versucht zu befreien, als meinen doofen Gürtel.

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