Es muss nicht immer Liebe sein “Arcade Fire – Intervention”

Samstag, Juni 27th, 2009

Mir ist mal wieder nach Musik. Und “Intervention” von Arcade Fire ist eins der ganz besonderen Lieder. Ich hab es vor über 1 1/2 Jahren entdeckt. Es lief abends bei 1 Live. Manchmal hab ich nur den Schluss mitbekommen, manchmal den Anfang. Und genau der hat mich gepackt. Diese Orgelklänge! Und dann diese Melodie, Kinderchöre am Schluss. Na, klar, das muss ein Liebeslied sein. Weit gefehlt. Es ist kein Herz-Schmerz-Song, aber wohl ein Schmerz-Song. Richtig episch.

Es geht um ganz andere Themen. Für mich geht es um Krieg, Religion, Verzweiflung. Und etwas abstrakter um den Verlust von Freundschaft, Aufopferung, das Festhalten an vermeintlich höheren Zielen. Ich denke, es ist nicht spezifisch auf eine bestimmte Zeit oder einen bestimmten Ort bezogen.

Nun denn, seit diesen Abenden, an dem ich “Intervention” gehört habe, gehört es in meine Top3-Song-Liste und in den letzten Wochen ist es ganz klar wieder auf Platz 1. Es läuft fast jeden Tag in meinem MP3-Player, wenn ich mit dem Zug unterwegs bin. Und die ganze Dramatik, die ganze Komposition, erschließt sich einem auch erst, wenn man ganz genau auf den Text achtet. Jedesmal wieder Gänsehaut-Garantie.

“You’re still a soldier in your mind
But nothing’s on the line [...]

Working for the church while your family dies [...]

Who’s gonna throw the very first stone
Oh, who’s gonna re-set the bone
Walking with your hand in a sling
Wanna hear the soldier sing”

Zu “Intervention” gibt es kein reguläres Video, aber ein Fan-Video. Der Song wird dabei mit Filmszenen aus Sergei Eisensteins “Panzerkreuzer Potemkin” unterlegt. Wenn das nicht passt, dann weiß ich auch nicht.Teilweise lenken die Szenen aber auch etwas vom Songinhalte ab. Deshalb erst den Song hören, dann den Text lernen, dann das Video sehen.

Und ja ich bin mir auch durchaus bewusst, dass der Film umstritten ist und den (damaligen) Zuschauer bewusst politisieren und lenken sollte. Dennoch sprechen hierbei die Bilder für sich. Oder einfacher: Krieg löst immer Leid aus.

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