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Maiwochenende Teil 2 – Playlist-Konzert mit Trustgame

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Das letzte Playlist-Konzert war ein würdiger Abschluss für diese Spielzeit. Kai Schumacher ist jedes Mal wieder ein Highlight am Piano. Beim Trip-Konzert im Dezember hatte er meine Begeisterung für Rzewski geweckt. Da gab es den Winnsboro Cotton Mill Blues. Und ich lag richtig. Im Dezember schrieb ich:“ Vielleicht platzt das Hundertmeister beim letzten Playlist-Konzert aus allen Nähten!“.  Und in der Tat: es war ausgekauft!

Bei „SONGS-Lieder mit ohne Worte“ gab es von Rzewski „The people united will never be defeated“. Genau genommen gab es 36 Variationen über das chilenische Revolutionslied El pueblo unido jamas sera vencido. Da hüpften die Finger nur so über die Tasten.
Ich bin kein großer Klassik-Kenner. Entweder mir gefällt es oder nicht. Was ich daran oder speziell an Rzewski mag, sind die Brüche bzw. die Überraschungsmomente in den Werken. Und es ist auch eine Art Ehrfurcht, die ich dann entwickle: vor dem Komponisten, vor dem Werke und dem Vortragenden. Ich höre zu und denke mir: Wie komponiert man sowas? Was ist der Ausgangspunkt? Wie hat er das hinbekommen? Dieses Aufbrechen des Ursprungsmotivs? Wie führt er es wieder zusammen? Kommt da überhaupt wieder was zusammen? Antworten finde ich da meist nicht drauf. Aber gerade deshalb behält diese Art von Klassik für mich auch noch einen großen Reiz. Ob das jetzt Fragen sind, die sich der geneigte Klassik-Hörer stellt, das weiß ich nicht. Vielleicht kommt da auch nur wieder die Tendenz in mir zum Ausdruck, alles analysieren zu wollen. :)
Nach Rzewski gab Schumacher dann noch den Radiohead-Song „You“ zum Besten. Ebenso dynamisch wie das Original. Eine Tonfolge am Piano nach der anderen. Ich vermute, da war eine dritte Hand im Spiel.
Dann nach der Pause das Unplugged-Set von Trustgame. Ich muss gestehen, diese Band ist ein bisschen an mir vorbeigegangen. Seit Jahren weiß ich, dass es sie gibt. Aber erst im Zuge dieses Konzertes habe ich mal reingehört. Tja, das hatte ich nun davon. Ich hätte gerne mitgesungen, aber textsicher bin ich noch lange nicht. Die Stimme von Thorsten Schwesinger konnte bei dem Set auf jeden Fall überzeugen. Bei Rockbands ist das ja manchmal so eine Sache. Auch überzeugen konnten Violine und Cello.  Damit mein ich jetzt nicht das Können der jungen Damen, denn das sie ihr Instrument beherrschen steht außer Frage.  Violine und Cello hatten zum einen rein begleitende Momente, bei denen sie die Melodien noch etwas mehr unterstützten, oder auch besondere Momente.  Beim Song „Vacuum“ wurde zupften und der strichen die Bögen, so dass da teilweise schräge, aber passende Sounds erklangen. Dazu grünes Licht, die Nähe zur Bühne. Das hatte Atmosphäre!
Trustgame wollen von dem Abend eventuell eine DVD rausbringen und vielleicht auch eine Unplugged-CD. Dann brauch ich aber vorher erstmal das Debütalbum.
Hier der Dacapo-Nachbericht. Klick!
Fotos, Video und ein Interview. (Christoph hatte Recht. Ich MUSS noch viel lauter sprechen. Das üben wir nochmal.)

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