Gudde Laune

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Bücher – die treuesten Begleiter

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Mein Lieblingsbuch ist und bleibt „Die unerträgliche Leichigkeit des Seins“ von Milan Kundera. Kaum ein anderes Buch enthält soviel Passagen, die das was mich berühren und beschäftigen so treffend umschreiben. Ich hab es schon dreimal gelesen und werde es wohl noch ein paar Mal zur Hand nehmen. Bücher sind treue Begleiter. Sie nehmen mich mit, lassen mich der Welt da draußen für einen kurzen Moment entflüchten. Die Worte und Gedanken geleiten einen in den Schlaf. In ihnen finde ich das ausgedrückt, was in mir schlummert und wofür mir einfach die Worte fehlen. Und wenn ich genug davon hat, dann klappt ich sie einfach zu.

„Der Mythos von der Ewigen Wiederkehr sagt uns in der Negation, dass das eine für allemal entschwindende und niemals wiederkehrende Leben einem Schatten gleicht, dass es ohne Gewicht ist und tot von vornherein, wie grauenvoll, schön oder herrlich es auch immer gewesen sein mag.
Der Gedanke der Ewigen Wiederkehr bezeichnet eine Perspektive, aus der die Dinge uns anders erscheinen, als wir sie kennen: Sie erscheinen ohne den mildernden Umstand der Vergänglichkeit.
Dieser mildernde Umstand hinert uns nämlich daran, ein Urteil zu fällen. Wie kann man es verurteilen, das vergänglich ist?
In der Welt der Ewigen Wiederkehr lastet auf jeder Geste die Schwere einer unerträglichen Verantwortung. Aus diesem Grund hat Nietzsche den Gedanken der Ewigen Wiederkehr ‚das schwerste Gewicht‘ genannt.
Ist aber das Schwere wirklich schrecklich und das Leichte herrlich?
Das schwerste Gewicht beugt uns nieder, erdrückt uns, presst uns zu Boden. In der Liebeslyrik aller Zeiten aber sehnt sich die Frau nach der Schwere des männlichen Körpers. Das schwerste Gewicht ist also gleichzeitig ein Bild intensivster Lebenserfüllung.
Je schwerer das Gewicht, desto näher ist unser Leben der Erde, desto wirklicher und wahrer ist es.
Im Gegensatz dazu bewirkt die völlige Abwesenheit von Gewicht, dass der Mensch leichter wird als Luft, dass er emporschwebt und sich von der Erde entfernt.
Was soll man also wählen? Das Schwere oder das Leichte?“ [S. 7-9]

„Es ist unmöglich zu überprüfen, welche Entscheidung die richtige ist, weil es keine Vergleich gibt. Man erlebt alles unmittelbar, zum ersten Mal und ohne Vorbereitung. Wie ein Schauspieler, der auf die Bühne kommt, ohne vorher geprobt zu haben. Was aber kann das Leben wert sein, wenn die erste Probe für das Leben schon das Leben selbst ist? Aus diesem Grunde gleicht das Leben einer Skizze. Auch ‚Skizze‘ ist nicht das richtige Wort, weil Skizze immer ein Entwurf zu etwas ist, die Vorbereitung eines Bildes, während die Skizze unsres Lebens eine Skizze von nichts ist, ein Entwurf ohne Bild. „[S.11-12]

„Denn genauso ist das menschliche Leben komponiert. Es ist komponiert wie ein Meisterstück. Der Mensch, der vom Schönheitssinn geleitet ist, verwandelt ein zufälliges Ereignis (eine Musik von Beethoven, einen Tode auf einem Bahnhof) in ein Motiv, das er der Partitur seines Lebens einschreibt. Er nimmt es immer wieder auf, wiederholt es, variiert und entwickelt es weiter. „[S.50]
[Milan Kundera: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, SZ Bibliothek, München 2004]

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