Gudde Laune

Pand-ASTI-sche Ansichten

Bildung, ein unbezahlbares Gut! :)

| 4 Kommentare

Es ist ja schon anstrengend genug (nach einen 12 Stunden Tag) abends von Essen aus, mit der Bahn zurück nach Duisburg zu tuckern. Aber richtig übel wird es, wenn zwei „Intellektuelle“ Deine Reisebegleiter sind. Luhmann (Niklas) ist mir ein Begriff. Den hab ich selber schon ansatzweise durchgekaut. Der schreibt über Systeme und so n Zeugs. System…selbstreferenziell…Autopoiesis und so Scherze. Naja, der junge Mann und die junge Dame neben mir, fingen an zu fachsimpeln. Es ging um einen Herrn Göbel und einen Vergleich, den der junge Mann schreiben wollte. [Anscheinend Herr Andreas Göbel, der so spannende Lektüre verfasst hat wie „Theoriegenese als Problemgenese. Eine problemgeschichteliche Rekonstruktion der soziologischen Systemtheorie Niklas Luhmanns.“ Google hilft weiter] Der junge Mann versuchte vehement sein Arbeitsthema (ein Vergleich von was auch immer) zu verteidigen. Die junge Dame widersprach dem mit, wie ich finde, sehr überzeugenden Argumenten. Begriffe könnten nur gelten, wenn sie als Konzepte vorliegen würden und funktionieren würden sie auch nur in der Differenz zueinander. Fand ich noch logisch. Dann fragte sie, was denn überhaupt der Gegenstand seiner Untersuchung sein soll, ob das die Systemtheorie an sich sei. Das bejahte er. Sie fuhr fort, das würde ja bedeuten, er rethematisiere die Systemtheorie. Eine differentielle Systematisierung könne aber nur auf eine Kanalisierung hinführen. Theorie müsse als Gebäude dargestellt werden. Und da sei eben der Knackpunkt. Die zwei Fragen, die sich dann stellen würden, lauten: Wodurch könne das Gebäude zum Einsturz gebracht werden? Und wie könne das gehen, wenn man die Systemtheorie rethematisieren würde. Und das Wichtigste sei ja sowieso die quellenkritische Arbeitsweise. Der junge Mann war da schon etwas ratlos. Seine Ratlosigkeit verstärkte sich dann auch noch durch weitere Überlegungen ihrerseits: sei das überhaupt noch Philosophie, wenn man eine Theorie immer sich selbst aussetzen würde? Was wäre dann der Gegenstand? Bei einer genuin systhemtheoretischen Untersuchung, stelle sich dann noch die Frage, welche Literatur die attraktivste dafür sei? Nun ja, die attraktivste Literatur sei die, die diese Theorie in Frage stellt! Der Brüller war dann aber als der junge Mann meinte, wissenschaftliches Arbeiten stelle sich für ihn auch noch schwierig dar, er hätte nämlich vorher bei VW am Band gestanden. Die junge Dame meinte dazu nur trocken, sie hätte Industriedrucker gelernt! Dann ging es noch über irgendeine Geschichte, die ein Prof veröffentlicht hat. Der Titel lautet: Reise nach Vladivostok! Die junge Dame erzählte lachend, sie hätte dem Prof gemailt, dass das doch im Russischen ein Imperativ sei, übersetzt „Beherrsche den Osten!“ Wie die dann aber darüber den Bogen wieder zur Systemtheorie geschlagen haben, das weiß ich nicht mehr. Gott sei Dank, kam dann endlich Duisburg HBF.

4 Kommentare

  1. „Dir passieren immer so komische Sachen…“

    Am erstaunlichsten an Deinem ganzen Bericht finde ich allerdings, dass Du Dir das Ganze so detailliert bis zuhause (oder bis zum bloggen) merken konntest!

    Rääääääschpäääkt!!!

  2. Jaja, aber ob ich das auch alles in den Kontext verpackt hab, dat weiß ich net.

    Du musst mehr Bus und Bahn fahren, dann passiert Dir sowas auch. :)

  3. Bei mir sitzen immer nur Bälger in der Bahn, die mit ihren Handys angeben wollen… Total uninteressant.
    (Wie gut, dass die Grundschulkinder zumindest in der Schule noch keine haben oder ich krieg sowas nicht mit. Vermutlich Letzteres. *g*)
    Ad Astra

  4. Ach, die hat ich letztens auch im Zug. Dumm nur, dass von einer die Mini-Stereo-Krawall-Anlage vom Tisch fiel und die Musik munter weiterlief. Problem: sie kam nicht mehr dran…und die Musik lief und lief und lief…

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.