Prinz ohne Gaul
Freitag, Oktober 3rd, 2008Das schwächere Geschlecht ist das stärkere – wegen der Schwäche des stärkeren für das schwächere. (Greta Garbo) Oder auch andersrum?!
Man verliebt sich doch auch immer ein Stück in die Möglichkeiten, die man in dem anderen sieht. Oder die der andere für sich “beansprucht”. Manchmal gelingt es, diese Möglichkeiten zu verwirklichen, manchmal aber auch nicht. So z.B. wenn einer vorgibt jemand zu sein, der er gar nicht ist (wenn zwischen Worten und Taten, Theorie und Praixis eine Kluft herrscht), wenn einer noch nicht weiß, was er will oder wenn einer mehrere unterschiedliche Vorstellungen von seinem Traumpartner hat. Dann entscheidet er sich mal für das eine und merkt nach einer Zeit, dass der andere Wunsch noch in ihm ruht, und entscheidet sich dann für das andere. Verworrener wird die Angelegenheit, wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, die beide noch nicht wissen was sie wollen. Und wenn sich für einen von beiden erst im Laufe der Zeit ein Weg heraus kristalisiert. Dann stimmen die Ausgangsbedingungen nicht mehr.
Gerade wenn zwei unterschiedliche Wünsche in einem brodeln, dann kann man sich nie für nur einen entscheiden. Der andere würde sich immer wieder bemerkbar machen. Da muss man dann die gelungene Mischung für sich finden. Ich denke gerade viel über meine Mischung nach.
Ein XY wäre toll, der weiß, was er für Wünsche in seinem jeweiligen Lebensbereich hat und nach welchen Prinzipien er lebt; der eine Frau auf Augenhöhe will, die unterstützt, hinterfragt und kritisiert; die selbst entscheidet, welche Abzweigung sie wann auf ihrem Weg einschlägt und selber alle Konsequenzen dafür trägt. Jemand mit interessantem Hobby, mit Abenteuerlust, aber auch dem Wunsch nach “Bürgerlichkeit”. Ja, gegen eine Einbauküche ist doch nix einzuwenden. Einer, der mit mir wachsen will und offen ist. Keiner, der die nächsten 30 Jahre schon verplant hat. Aber auch keiner, der nicht abschätzen kann, wie viel er schaffen kann und wie er Schritt für Schritt sein Leben aufbaut. Keiner, der alles mit sich machen lässt, aber auch keiner, der es liebt zu dirigieren und der vom anderern fordert, ihm nach zu eifern. Einer der zuhört und ermuntert, keinen Hobby-Psychologen und keinen Sozialarbeiter.
Bei mir zerbricht grad ein Bild von jemandem. Ich frage mich, ob ich einfach nur zu dumm war, um zu merken, dass zwischen Worten und Taten Welten liegen. Oder ob es gerade das war, was mich gereizt hat, weil es dem ähnelte, was in mir vorherrschte.
Naja, man lernt aus allem in seinem Leben. Das ist oft schmerzhaft, aber ich froh zu denen zu gehören, die sich dem stellen. Und ich bin froh ein gefühlvoller Mensch zu sein, denn das macht das Leben doch erst lebenswert! Amen!


“Bei mir zerbricht grad ein Bild von jemandem. Ich frage mich, ob ich einfach nur zu dumm war, um zu merken, dass zwischen Worten und Taten Welten liegen. Oder ob es gerade das war, was mich gereizt hat, weil es dem ähnelte, was in mir vorherrschte.”
Diesen Absatz kann ich nur unterschreiben. So gehts mir auch…
Aber ich erinner auch an einen klugen Satz, den ich bei Dir gelesen habe: “In jedem Ende schlummert ein neuer Anfang.”
Jetzt ist es wieder so ein Ende…
Im Augenblick kann ich gar nicht mehr dazu sagen, aber wir sehen uns ja heute Abend. Dann reden wir, trinken Wein und schauen Fotos. Ich freu mich auf jeden Fall auf Dich!
Also, der Satz lautet anders, aber Deine Version klingt auch nicht schlecht.
Bis spädda!
huch … kaum kuggt man hier ne woche nicht, kommen die interessanten themen aufn tisch
jetzt würd ich gern in n paar sätzen die essenz schreiben. geht leider aber ned – damit könnte man wohl bücher füllen. hinzu kommt noch, dass das thema und titel wohl für jeden menschen anders lauten müßte. also hab ich mir hier mal wieder ne mission ohne echt zu schaffendes ziel … na super!
“bei mir zerbricht gerade ein bild …” da triffst du es doch schon prima. es ist eben nur ein bild, ein abbild von einer person, die zu kennen glaubst. aber schon mal gemerkt, dass manche leute sich komplett ändern, wenn andere – für sie wichitge – personen auf der bühne auftauchen? bei ist das zb meine mutter. kristina meint, ich bin voll verändert, wenn mom auftaucht. also, du siehst von dem, was jemand für sich als person hält, echt nur ein abbild. und selbst das ist zt “nur” ein abbild seiner selbst, denn was er wirklich ist, weiss er selber nicht. du siehst also das abbild vom abbild. sozusagen ein dia von einem bild.
du wirst dich wundern, wie wenige authentische menschen man so treffen kann. irgendwie kommt es mir so vor, als ob oft alle ne riesen show machen, gerade im geschäft. aber letztlich sind doch alle genau gleich, jedenfalls in ihren bedürfnissen. das geht auch mit jung und alt …
… dabei fällt mir grad ein: “I love huckabies” dazu unbedingt mal anguggn. etwas schwierig, aber gut.
und nochn buchtip: Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein. Piper, München 1983. ISBN 3-492-02835-7
sehr gut in sachen, was man sioch selbst und anderen so vormacht.
so – hoffe aber der mensch, den du erkannt/entlarvt/gesehen hast, hat aber die chance bekommen ein neues bild von sich aufzubauen – oder?
… grad les ich nochmal den abschnitt mit dem xy und wie er sein soll. dazu fällt mir spontan nur ein: “weltfrieden!”
is auch son komsicher schitzoanspruch. immer gnadenlos ALLES wollen. schnee im sommer, orangen im winter, sich immer gut fühlen, einer der noch nciht plant, aber weiss was er will, kein schoßhund ( *iiii* … ein mops!) aber auch keine husky (DAS isn hund!), die sind ja anstrengend.
ich sag persönlich mal soviel dazu:
erstens kommts anders und zweitens als man denkt. lass laufen … dann passts schon.
so genug hobbypsychologe, genug stricknadelpädagogik und genug gute ratschläge.
keep paddling
swen
Ja, das mit dem Bild fand ich interessant. Das ist ein guter Vergleich. Der gefällt mir.
Aber zu dem xy: ich will ja gar nicht alles. Ich sage explizit was ich will und was nicht. Und das zu wissen, hilft schonmal ein großes Stück weiter.
Früher wollte ich alles und ganz viel. Heute ist das anders. Und das zu wissen und zu merken, ist für mich ein großer Fortschritt.