Altkluges Asti Teil VI

Mittwoch, Mai 21st, 2008

In meine Sprüchebox gewandert, ist folgendes. (Ist sogar vom alten Jo persönlich, also vom dem G.o.t.h. to the e.)

“Wenn`s Dir im Kopf und Herzen schwirrt,

was kannst Du bess`res haben.

Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt,

der lasse sich begraben.”

Ein Liebesgedicht in reinster Form. Für mich enthält es aber noch einen anderen wichtigen Aspekt. Starke Gefühle, welcher Art auch immer, sind bei mir immer eine Art Motor. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass ich mich erst in den Extremen ganz und gar spüre. Eben dann erst richtig lebendig bin. Wenn Trauer, Wut, Liebe so stark überschäumen, bin ich zuerst wie gelähmt, aber irgendwann schlägt es um in Antrieb, der mich immer zum erstaunen bringt. Ich denke, da liegt auch die Lösung. Ich selbst meine immer, in solchen Momenten, wenn besonders die negativen Gefühle hochkommen, dass ich handlungsunfähig bin. Das verursacht Angst und in der Vergangenheit habe ich mir da so reingesteigert, dass irgendwann gar nix mehr ging. Aber ich habe festgestellt, dass es genau anders ist. Im Angesicht der stärksten Gefühle, ist da doch sehr viel Kraft, die ich nutzen kann. Alles geht etwas leichter von der Hand. Wieso kann das nicht auch in Zeiten sein, in denen nicht unbedingt die Extreme angesagt sind?!?! Es könnte alles so einfach sein…


3 Responses to “Altkluges Asti Teil VI”

  1. Shakka!!! Gudde Laune, Feierei! :-)
    Das mit der Kraft kommt mir bekannt vor. Bei mir war es wie bei einer Ertrinkenden: In der schlimmsten Zeit habe ich mich selbst erst total fallen lassen und bin wie eine Ertrinkende, ganz langsam, immer tiefer in Richtung Meeresgrund getrieben und als ich dann mit den Füssen auf den Boden kam, habe ich mich mit ganzer Kraft abgestossen und bin nach oben gerauscht. Voller Elan und lebenshungrig!
    Ich freue mich in jedem Fall über DeinenAntrieb und überhaupt … über Dich! :-)

  2. Noch bin ich nicht ganz am Meeresboden angekommen. Aber zumindest ein paar Algen haben schon an meinen Füßen gekitzelt. Der Abstoß kommt bald noch!

  3. Darf ich noch ein Zitat aus dem Faust anfügen:
    “Es irrt der Mensch, solang er strebt.” (Immerhin sagt das Gott, nachdem die Rede auf Faust gekommen ist. ;-) )
    “Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange,
    Ist sich des rechten Weges wohl bewußt.” ist übrigens ebenso hybsch wie das Zitat, was mir momentan am ehesten liegt. ;-)

    “Auch was Geschriebnes forderst du Pedant?
    Hast du noch keinen Mann, nicht Manneswort gekannt?
    Ist’s nicht genug, daß mein gesprochnes Wort
    Auf ewig soll mit meinen Tagen schalten?
    Rast nicht die Welt in allen Strömen fort,
    Und mich soll ein Versprechen halten?
    Doch dieser Wahn ist uns ins Herz gelegt,
    Wer mag sich gern davon befreien?
    Beglückt, wer Treue rein im Busen trägt,
    Kein Opfer wird ihn je gereuen!
    Allein ein Pergament, beschrieben und beprägt,
    Ist ein Gespenst, vor dem sich alle scheuen.
    Das Wort erstirbt schon in der Feder,
    Die Herrschaft führen Wachs und Leder.
    Was willst du böser Geist von mir?
    Erz, Marmor, Pergament, Papier?
    Soll ich mit Griffel, Meißel, Feder schreiben?
    Ich gebe jede Wahl dir frei.”
    Faust zu Mephisto.
    Ad Astra

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